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Sicherheitsstifte im Profilzylinder einfach erklärt

  • 7. Mai
  • 24 Min. Lesezeit

Wer einen neuen Schließzylinder kauft, will eine sichere Tür. Was im Inneren des Schlosses Sicherheit erzeugt, sind nicht mehr Stifte, sondern bestimmte Stiftformen mit besonderen Eigenschaften. Diese Stifte heißen Sicherheitsstifte. In diesem Artikel lernen Sie grundlegende Bauformen kennen, dazu drei moderne Architekturen aus dem internationalen Hochsicherheitsmarkt. Sie verstehen die Patentlinie der letzten 160 Jahre und erkennen am Ende, ob ein Profilzylinder sein Geld wert ist.



Was ein Sicherheitsstift wirklich tut


Ein Profilzylinder gibt es in vielen Längen und Materialvarianten, je nach Türblattstärke und Einsatzzweck. Manche sind kurz, manche lang. Den günstigsten Baumarkt-Zylinder öffnet ein erfahrener Picker oft in unter einer Minute. Ein Hochsicherheitszylinder kann ihn dagegen sehr lange beschäftigen oder gar nicht aufgehen. Der Unterschied liegt unter anderem in einer Handvoll winziger Stifte mit besonderen Formen.


Stellen Sie sich den Zylinder als zwei ineinandergeschobene Rohre vor. Das äußere Rohr ist das Gehäuse, fest in der Tür montiert. Das innere Rohr ist der Kern, drehbar gelagert. Im Kern verläuft der Schlüsselkanal mit der charakteristischen Profilform, die nur den richtigen Schlüssel durchlässt. Senkrecht zum Schlüsselkanal verlaufen kleine Bohrungen durch beide Rohre.


In jeder Bohrung sitzen zwei Stifte und eine Feder. Oben im Kern befindet sich der Kernstift, dazwischen die Schließebene als Trennlinie zwischen Kern und Gehäuse, darunter im Gehäuse der Gehäusestift, der auch Treiberstift genannt wird, und ganz unten die Feder.


Die Feder drückt von unten gegen den Gehäusestift. Der Gehäusestift drückt seinerseits den Kernstift nach oben. Solange kein Schlüssel im Kanal liegt, ragt der Gehäusestift teilweise über die Schließebene hinaus in den Kern hinein. Genau das blockiert die Drehung. Ein Bauteil, das in beiden Hälften gleichzeitig sitzt, hindert den Kern am Drehen.


Im amerikanischen Raum ist dieser Aufbau für gewöhnlich auf den Kopf gestellt. Federn drücken nach unten, die Stiftreihenfolge ist umgekehrt. Das Funktionsprinzip ist gleich, nur die Richtung dreht sich.


Die Trennlinie zwischen Kern und Gehäuse heißt Schließebene, im Englischen shear line. Solange auch nur ein einziges Stiftpaar mit seinem Übergang vom Kernstift zum Gehäusestift nicht auf der Schließebene steht, blockiert dieses Paar die Drehung. Stehen alle Übergänge bei allen Stiftpaaren exakt auf der Schließebene, gibt nichts mehr Widerstand. Der Kern lässt sich drehen.


Der Schlüssel drückt jeden Kernstift gegen die Federkraft so weit nach unten, dass der Übergang zwischen Kernstift und Gehäusestift bei jedem Stiftpaar genau auf der Schließebene liegt.



Ein Picker arbeitet ohne Schlüssel und versucht trotzdem, jedes Stiftpaar genau in diese Position zu bringen. Sein Werkzeug ist ein dünner Spannschlüssel und ein zweiter, dünner Tastdraht. Mit dem Spannschlüssel übt er einen winzigen Drehdruck auf den Kern aus. Mit dem Tastdraht drückt er die Kernstifte einzeln gegen die Federkraft nach unten. Bei einem Schloss ohne Sicherheitsstifte spürt der Picker einen feinen Klick, sobald die Trennlinie eines Stiftpaars die Schließebene erreicht. Er weiß, dieses Paar sitzt richtig. Nächster Stift. Wenn alle Stiftpaare auf der Schließebene stehen, dreht der Kern.


Sicherheitsstifte funktionieren nach einem einfachen Grundprinzip. Sie täuschen dem Picker eine Schließebene vor, wo keine ist. Das wird falsches Setzen oder false set genannt. Der Picker glaubt, er habe das Stiftpaar erfolgreich gesetzt, weil er den klassischen Klick gespürt hat. In Wahrheit hat sich das Paar nur in einer geometrischen Falsch-Position verkantet, oberhalb oder unterhalb der echten Schließebene.


Solange der Picker den Drehdruck auf dem Kern hält, bleibt die Falsch-Position bestehen. Bemerkt der Picker den false set, muss er den Drehdruck reduzieren, um die Falsch-Position aufzulösen und neu zu beginnen. Beim Reduzieren des Drehdrucks können auch schon korrekt gesetzte Stiftpaare ihre Position verlieren.


Genau dieses falsche Signal ist die zentrale Schutzwirkung jeder Sicherheitsstift-Bauform. Welche Formen es gibt und wie sie sich unterscheiden, ist das Thema des nächsten Abschnitts.



Die fünf Bauformen im Überblick


In der Praxis gibt es eine Handvoll grundlegender Sicherheitsstift-Bauformen. Dazu kommen Mischformen und Spezialnamen. Wir gehen sie systematisch durch.



Der Pilzkopfstift


Stellen Sie sich einen Pilz vor. Der Stiel zeigt nach unten zur Feder. Der Hut zeigt nach oben zum Schlüsselkanal. Wenn der Picker diesen Gehäusestift nach unten zu setzen versucht und gleichzeitig leichten Drehdruck am Kern hält, kippt der Hut zur Seite. Der Stift sitzt fest, aber nicht auf der Schließebene. Er sitzt in einer Falsch-Position.


Das Pilzdesign ist heute der Industriestandard. Die meisten VdS-anerkannten Profilzylinder enthalten Pilzkopfstifte als zumindest einen Teil ihrer Bestückung. DOM, EVVA, BKS, ABUS und Kaba verwenden Pilzkopf-Treiber.


Der Spool-Stift


Der Spool-Stift sieht aus wie eine Hantel. Er ist an beiden Enden voll im Durchmesser und in der Mitte schmaler. Wenn der Picker den Stift nach unten zu setzen versucht, ohne die Schließebene exakt zu treffen, und gleichzeitig leichten Drehdruck am Kern hält, verkantet er sich in der Stiftkammer.


Im Lauf der letzten Jahrzehnte haben sich verschiedene Spool-Untertypen entwickelt.


  • Der Sanduhr Spool ist, wie der Name schon andeutet, sanduhrförmig mit weicher, kontinuierlicher Verjüngung statt scharfer Stufen.


  • Der doppelte Spool ist doppelt tailliert und erzeugt pro Stift bis zu drei Falsch-Positionen.


  • Eine Sonderform stammt vom deutschen Hersteller DOM. Der DOM-S-Treiber besteht aus vier übereinander angeordneten Scheiben. Jede Scheibe sitzt unabhängig auf dem Trägerstift und kann beim Picking einzeln in der Stiftkammer verkanten. Das ergibt einen Treiber, der auf mehreren unabhängigen Höhen verklemmt.


  • Mit dem Spool verwandt, aber strenggenommen eine eigene Bauform, ist der Rolling-Pin. Er ist genau umgekehrt geformt. Dicker Mittelteil, schlanke Enden, gebaut wie ein Nudelholz. Beim Picking verkantet er nicht. Sein Wert liegt im Schutz gegen Impressioning. Wer einen Schlüsselrohling im Schloss dreht, sucht klare Druckmarken zum Nachfeilen. Am Rolling-Pin drückt an der Kontaktstelle nur das schlanke Ende auf den Rohling, was den Impressioning-Versuch deutlich erschwert.



Der Serrated-Stift


Der Serrated-Stift hat über weite Teile der Länge umlaufende Rillen. Beim Versuch, den Stift unter Spannung zu bewegen, hakt sich jede einzelne Rille an der Schließebene ein. Der Picker fühlt mehrere Klicks.


Die Serrated-Bauform schützt wirksam gegen Picking. Sie hat aber einen Designparadox. Genau dieselben Mehrfach-Klicks, die beim Picken verwirren, helfen dem Impressionisten beim Anfertigen eines Schlüssels. Eine Angriffsmethode wird erschwert, eine andere erleichtert. Ein guter Hochsicherheitszylinder mischt deshalb mehrere Bauformen.


Eine raffinierte Weiterentwicklung kam 1971 von Richard Hucknall mit US 3.762.193. Er teilte die Stiftsäule in drei Teile auf:


  • Treiberstift (federnah)

  • Mittelstift (in der Mitte)

  • Kernstift (schlüsselnah)


Treiberstift und Mittelstift tragen am jeweils zur Schließebene gerichteten Ende mehrere Querkerben mit dazwischenliegenden Stegen. Der Kernstift bleibt klassisch ohne Kerben. An der Schließebene sitzt im Gehäuse eine einzelne ringförmige Schulter, die in jede dieser Kerben einrasten kann.


Sobald der Kern unter Drehmoment steht, hakt sich die Schulter in eine Stift-Kerbe ein. Der Stift verklemmt. Die Vielzahl der Kerben pro Segment macht das Tasten der echten Schließebene kaum realisierbar.



Der Torpedo-Stift


Der Torpedo-Stift sieht aus wie eine Patrone. Zylindrischer Körper, unten flach abgeschnitten, oben kegelförmig zugespitzt. Die Spitze zeigt zum Schlüsselkanal, das flache Ende zum Treiberstift. Während ein Standard-Kernstift unten höchstens eine schmale Fase trägt, zieht sich beim Torpedo die Schräge weit am Stiftkörper hoch.


Wenn der Picker den Kern unter Drehdruck hält und den Stift zur Schließebene zu drücken versucht, kippt der Kegel zur Seite und verklemmt den Stift schräg in der Kammer.


Auch beim Impressioning hinterlässt diese Verkeilung besonders kräftige, irreführende Druckspuren auf dem Schlüsselrohling. Der Schlüsselmacher hält sie für ein Zeichen der korrekten Schließhöhe und feilt am falschen Punkt nach.



Counter-Milling


Die ersten vier Bauformen liegen im Stift. Die fünfte liegt in der Bohrung. Im englischen heißt das Verfahren Counter-Milling, gelegentlich auch Counterboring genannt. Beide Begriffe meinen dasselbe Resultat: eine seitliche Kerbe oder umlaufende Erweiterung in der Wand der Stiftkammer.


Sobald der Sicherheitsstift unter Drehdruck bewegt wird, kippt der Stift mit seiner Schulter oder seinem Hut in diese Aussparung hinein. Der Stift sitzt fest.



Hybride Designs


In der Praxis werden die Bauformen kombiniert. Ein DOM-S-Zylinder kombiniert Torpedo-Kernstifte mit gestapelten Spool-Treibern. Ein Winkhaus-Zylinder mischt vier verschiedene Treibertypen. Ein ASSA Twin kombiniert Counter-Milling mit Spool. Diese Hybridisierung hat seit den 2000er Jahren so zugenommen, dass die internationale Pickergemeinschaft eigene Bezeichnungen für Hybridtypen entwickelt hat.


  • Der Spoorated ist ein Spool-Stift mit Serrationen an den Außenkanten. Er kombiniert Verkantungs-Wirkung mit Mehrfach-Klick-Irreführung.


  • Der Tapered ist ein Treiber, der an einem Ende graduell verjüngt ist. Kein scharfer Kegel wie der Torpedo, sondern ein weicher Übergang von voller Stärke auf reduzierten Durchmesser, der das Ertasten der Schließebene stört.


  • Die Trampoline ist ein Stift mit nach innen gewölbten Rändern, die unter Drehdruck mehrere Verkantungspunkte erzeugen.


Diese Bezeichnungen sind nicht auf Hersteller-Datenblättern zu finden. Sie entstehen aus der Picker-Praxis. Für einen normalen Endkunden sind sie eher Vokabular-Erweiterung als Kaufkriterium. Wichtiger ist, dass Sie die fünf Grundformen kennen und verstehen, was im Inneren Ihres Zylinders abläuft.



Drei moderne Architekturen aus dem Hochsicherheitsmarkt


Die fünf Grundformen oben beschreiben Stiftgeometrien innerhalb der klassischen Pin-Tumbler-Architektur. Ein Stift, eine Bohrung, eine Feder. In den letzten Jahrzehnten haben drei Hersteller diese Grundarchitektur erweitert oder umgangen.



Telescoping Pins


Stellen Sie sich einen Bleistift vor, in dem ein dünnerer Bleistift steckt. So funktioniert ein Telescoping-Pin. Pro Bohrung sitzen nicht ein Kernstift und ein Treiberstift, sondern ein Stiftpaar mit einem zweiten, dünneren Stiftpaar im Inneren. Beide Paare müssen unabhängig voneinander auf Schließebene gebracht werden, damit der Kern dreht. Der Schlüssel hat dafür pro Position zwei Maße. Eine reguläre V-Bittung steuert den äußeren Stift, ein kleiner mittiger Stiftpunkt im Bittungsboden hebt den inneren Stift auf eine eigene Höhe.


Pickschutz aus zwei Quellen. Erstens muss ein Picker pro Position zwei Stifte gleichzeitig auf Höhe bringen, was kombinatorisch deutlich schwieriger ist. Zweitens lässt sich der innere Stift kaum unabhängig vom äußeren ertasten.



Lift-and-Rotate


Bei den Klassikern reicht das Drücken des Stifts auf die richtige Tiefe. Beim Lift-and-Rotate kommt eine zweite Bewegungsachse dazu. Der Stift muss zusätzlich um wenige Winkelgrade gedreht werden, um eine Sidebar freizugeben.


Der Erfinder ist der amerikanische Hersteller Medeco. Jeder Kernstift hat eine schräg geschliffene Unterseite. Der Schlüssel trägt entsprechende schräge Mulden, die den Stift beim Heben gleichzeitig um den eingestellten Winkel drehen. Mit der Biaxial-Generation

setzte Medeco die Schrägung versetzt zur Stiftachse, sodass pro Bittung zwei Winkelrichtungen möglich wurden, links- oder rechtsgedreht. Steht der Stift in der richtigen Höhe und im richtigen Winkel, gibt seine Seitenfläche eine Sidebar frei. Erst dann dreht der Kern. Medeco nennt das Three-Locking-Points.


Pickschutz dieser Architektur ist hoch, weil ein Picker den Drehwinkel ohne Sicht ins Innere kaum kontrollieren kann. Klassische Pickwerkzeuge sind für vertikales Heben gemacht, nicht für Drehbewegungen.



Pin-mit-Sidebar-Hole


Der australische BiLock geht den umgekehrten Weg. Statt zusätzliche Bewegungen am Stift zu fordern, verzichtet er auf den klassischen Gehäusestift komplett. Pro Bohrung sitzt nur ein einzelner Pin, in dem seitlich eine kleine Bohrung sitzt. Die Sidebar hat passende Beine, die in diese Bohrung einrasten, sobald alle Pins auf der korrekten Höhe stehen.


Der Schlüssel hat zwei parallele Klingen, die wie zwei Stimmgabel-Zinken aus einem gemeinsamen Schlüsselgriff ragen. Jede Klinge trägt ihre eigene Reihe Vertiefungen und steuert eine eigene Stiftreihe im Schloss. Pro Klinge arbeitet eine eigene Sidebar.


Pickschutz aus dieser Architektur ist nicht durch Stiftgeometrie, sondern durch die Hole-Toleranz erzeugt. Wer pickt, muss ohne klassische Klickreaktion auskommen, weil keine zwei sich überlagernden Stiftkörper mehr da sind.



Was diese Architekturen für den Käufer bedeuten


Diese drei Architekturen sind im deutschen Privathaushalt selten anzutreffen. Mul-T-Lock-Zylinder werden in Deutschland für gewerbliche Anwendungen und sehr hohe Sicherheitsanforderungen verkauft. Schlage Primus mit verwandter Finger-Pin-Architektur ist im US-Markt verbreitet, in Stuttgart kaum. Medeco-Zylinder sind in Deutschland überwiegend in der gewerblichen und institutionellen Anwendung zu finden. BiLock ist hierzulande Spezialmarkt.


Wer also vor einem hochwertigen Profilzylinder in einer Stuttgarter Wohnungstür steht, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine klassische Pin-Tumbler-Architektur mit den fünf Grundformen aus dem vorigen Abschnitt. Die internationalen Architekturen werden hier vorgestellt, weil sie verstehen lassen, in welche Richtung der Hochsicherheitsmarkt sich entwickelt hat und warum manche Hersteller bewusst beim klassischen Aufbau bleiben.



Wer heute welche Sicherheitsstifte baut


Patente schützen ein Design für zwanzig Jahre, gerechnet ab dem Anmeldedatum. Was Crousore 1940 anmeldete, ist seit Ende der fünfziger Jahre frei nachbaubar. Was DOM 1980 angemeldet hat, seit dem Jahr 2000. Heute sind Pilzkopf, Spool, Serrated und Counter-Milling deshalb Industriestandard und in praktisch jedem ernsthaften Profilzylinder zu finden.


Zeitleiste der wichtigsten Sicherheitsstift-Patente von Yale 1865 über Pilzkopf 1933 und Counter-Milling 1940 bis EVVA 2004

Was bei einzelnen Herstellern noch geschützt ist, sind die jüngeren Detail-Innovationen.

Hier ein Überblick über die wichtigsten Hersteller im deutschsprachigen Raum.



DOM Sicherheitstechnik


Die historische DOM-S-Generation ist die Stift-Referenz der Marke. Sie kombiniert torpedoförmige, an den Enden verjüngte Antipicking-Kernstifte mit gestapelten Spool-Treibern aus vier einzelnen Scheiben pro Stift. Pro Stiftposition kann sich jede Scheibe einzeln verkanten. Pin-für-Pin betrachtet ist das eine der detailreichsten Stiftkonstruktionen am deutschen Markt.


Die aktuellen Wendeschlüssel-Linien DOM ix Teco und DOM ix Twido tragen je zwei Anti-Picking- und zwei Schlagschutzstifte in einer Sieben-Stift-Bestückung. Die DOM ix TwinStar verdoppelt das Sicherheitsstift-Aufkommen auf acht Anti-Picking- und acht Schlagschutzstifte in einer Elf-Stift-Bestückung. Die ältere DOM iX-5 ist insbesondere für ihren horizontalen Schlüsselkanal bekannt, der Pick-Gun-Angriffen geometrisch kaum Raum lässt.



Aug. Winkhaus SE


Die Sicherheitsstift-Philosophie der Marke ist Stiftvielfalt im selben Zylinder. Wo andere Hersteller meist nur eine oder zwei Spool-Varianten einsetzen, mischte schon die Winkhaus VS-Reihe aus den 1970er Jahren vier verschiedene Treibertypen in einem einzigen Zylinder:

konventionell zylindrische Stifte, gerade Spools, sanduhrförmige Spools und Rolling-Pins. Jede Treibervariante reagiert anders auf Drehdruck, kein einheitliches Pickwerkzeug-Schema wirkt bei allen Stiften gleichzeitig. Der Rolling-Pin mit beidseitig verjüngten Enden ist dabei eine Bauform, die international vor allem für Winkhaus charakteristisch ist.


In der aktuellen keyTec-Reihe mit den Linien N-tra, X-tra und VSX führt Winkhaus diese Logik fort.



EVVA


Der zentrale EVVA-Beitrag zur Sicherheitsstift-Geometrie ist der kippbare Pilzkopf, von Reinhard Amon für EVVA unter EP 1577470 angemeldet. Der Kopf des Pilzkopf-Treibers sitzt nicht mehr starr auf der Stiftachse, sondern kann unter Drehdruck seitlich in eine eigens gefräste Freistellausnehmung im Zylinderkern kippen oder verschoben werden. Anders als beim klassischen starren Pilzkopf fängt sich der Stift dadurch nicht in einer geometrisch festen Falsch-Position, sondern in einer ganzen Bewegungsfreiheit, die der Picker nicht gezielt durchspüren kann.


Im aktuellen Programm trägt die EPS-Linie das klassische Sicherheitsstift-Erbe als gefedertes Stiftsystem mit fünf oder sechs Abfragepositionen und speziell geformten Abfragestiften. Die ICS-Linie erweitert das auf dreizehn federbelastete Sperrelemente plus eine Steuerleiste und ein verdecktes inneres Spursystem im Schlüssel.



ABUS, dormakaba und BKS


ABUS verbaut Mushroom-Treiber, Anti-Picking-Stifte und im XP20S zusätzlich eine Pin-in-Pin-Technologie gegen Schlagpicking, ergänzt um gehärtete Stahl-Kern- und -Treiberstifte. Die ABUS-Eigenständigkeit liegt allerdings im Schlüsselkanal selbst, etwa beim ABUS EC mit seinem sehr engen, horizontal verlaufenden Kanal, der Pickwerkzeug schon geometrisch kaum Bewegungsraum lässt.


dormakaba verbaut Spool-Pins zur Erhöhung der Pick- und Impressioning-Resistenz sowie Mushroom-Bottom-Pins. Das eigentliche Schutz-Differenzial der dormakaba-Marke (Kaba quattro, Kaba star, Kaba expert, Kaba 8) liegt nicht in den Stiften, sondern in der Sidebar mit 2D- und 3D-codierten Schlüsselbahnen.


BKS verbaut Pilzkopf-Treiberstifte aus gehärtetem Stahl, Stahlkernstifte und ein Sicherheitspaket aus Anti-Picking-Stiften, Bohrschutzstiften und seitlichen Sperrschiebern. Die BKS-Eigenständigkeit liegt im zusätzlichen federbelasteten Sperrelement neben der Stiftreihe, das über eine Zahnrad-Zahnstangen-Kombination vom Schlüssel angetrieben wird. Im aktuellen Programm trägt der janus das Top-Wendeschlüsselsystem mit Bohrmuldenschlüssel, darunter rangieren die livius-Reihe als Einstiegs-Wendeschlüssel sowie die konventionell-vertikalen Linien detect3 und PZ 88.


Übersichtsmatrix der Profilzylinder-Hersteller DOM, Winkhaus, EVVA, ABUS, BKS und dormakaba mit ihren Signatur-Sicherheitstechnologien


Wo die Grenzen liegen und was Sicherheitsstifte nicht können


Wer einen Hochsicherheitszylinder kauft, kauft kein perfektes Schloss. Sicherheitsstifte haben Grenzen. Wer sie nicht kennt, wird vom Marketing leicht in eine falsche Sicherheit gewogen.



Die mechanische Grenze in der Stiftbestückung


Pilzkopf- und Spool-Stifte können nicht in jeder Bohrung eines Zylinders sitzen. Bei zu vielen Sicherheitsstiften säße der Kern nicht mehr exakt zentrisch im Gehäuse, der Schlüssel ließe sich nicht zuverlässig einführen. In einem Fünf-Stift-Zylinder bis zu drei Sicherheitsstifte. In einem Sieben-Stift-Zylinder bis zu vier. Der Rest sind klassische Treiber. Ein voll bestückter Zylinder mit ausschließlich Pilzkopf- oder Spool-Treibern würde nicht mehr richtig funktionieren.


Eine Ausnahme ist das sogenannte S-Design. Diese Stiftform ist durch ihre Geometrie auch in allen Kammern verbaubar. Der Nachteil ist sichtbar. Schon mit dem bloßen Auge im Schlüsselkanal lässt sich die Bauform erkennen. Wer den Stift sieht, kennt die Mechanik und kann sein Vorgehen anpassen.


Ein guter Profilzylinder ist nicht über die Anzahl der Sicherheitsstifte definiert, sondern über deren Bauform und Mischung. Wer im Verkaufsgespräch nach mehr Sicherheitsstiften fragt, fragt am Wesentlichen vorbei. Eine starke Mischung von Pilzkopf, Spool und Torpedo im selben Zylinder blocken den Pickversuch viel sauberer ab als reine Stiftzahlen.



Bumping als Hauptschwäche klassischer Sicherheitsstifte


Das wichtigste Manko klassischer Sicherheitsstifte ist ihre Schwäche gegen Bumping. Bumping ist eine Angriffsmethode mit einem speziell zugefeilten Schlüssel, dem Bump-Schlüssel. Der Bump-Schlüssel wird ins Schloss gesteckt und unter leichtem Drehdruck mit einem kurzen Schlag auf den Schlüsselkopf erschüttert. Was dabei in der Mechanik passiert, ist das Bild, das man von einem Newton-Pendel auf dem Schreibtisch kennt. Eine Stahlkugel schlägt links rein, die Energie pflanzt sich durch die mittleren Kugeln fort, und die Kugel ganz rechts fliegt allein heraus.


Genau das passiert in der Stiftbohrung. Der Schlag pflanzt sich vom Bump-Schlüssel durch den Kernstift in den Treiberstift fort. Der Kernstift bleibt nahezu an Ort und Stelle. Der Treiberstift springt für einen Sekundenbruchteil von der Schließebene weg, gegen die Federkraft. In dem winzigen Zeitfenster, in dem der Treiberstift oberhalb der Schließebene fliegt, dreht der unter Drehdruck stehende Kern. Bevor die Feder den Treiberstift zurückschiebt, ist der Plug schon gedreht.


Sicherheitsstifte helfen dagegen wenig. Pilzkopf- und Spool-Treiber funktionieren nur, wenn der Stift unter Drehdruck und über eine messbare Zeit hinweg langsam an die Schließebene geführt wird. Erst dann verkantet sich die Schulter des Stifts in der Bohrung und liefert die typische Falsch-Setzung. Beim Bumping ist die Kontaktzeit zu kurz. Der Treiberstift passiert die Schließebene zu schnell, als dass die Schulter greifen könnte.


Wirksamer Schutz gegen Bumping kommt deshalb aus drei anderen Bauelementen.


  • Aus einem extrem restriktiven, paracentrischen Schlüsselkanal, in den der Bump-Schlüssel kaum mit dem nötigen Bewegungsspielraum hineinpasst.


  • Aus zusätzlichen Sperrelementen wie den schlanken Trap-Pins in den acht Hilfskammern des niederländischen M&C-Zylinders, die nach dem Schlag den Schlüssel im Schloss festhalten, sodass der Bump-Schlüssel sich nicht mehr drehen lässt.


  • Und aus einem geschützten Schlüsselprofil. Solange der passende Rohling nur über kontrollierte Vertriebskanäle und gegen Sicherheitskarte erhältlich ist, hat der Angreifer nichts, woraus er einen Bump-Schlüssel anfertigen könnte.


Es gibt eine Sonderbauform, die Bump-Resistenz unmittelbar in den Stift selbst einbaut. Yale Commercial Locks aus Lenoir City in Tennessee vertreibt das Bump-Resistant-Pin-Kit unter der Bezeichnung 751-3. In Deutschland wird der Schutz eher über den restriktiven Schlüsselkanal gewählt.


Andere klassische Gegenmaßnahmen am Stift sind:


  • Federn mit unterschiedlicher Spannung in den einzelnen Bohrungen, sodass die Treiber mit unterschiedlicher Geschwindigkeit zurückkehren und das gemeinsame Zeitfenster über der Schließebene schrumpft.


  • Bohrungen mit leicht unterschiedlicher Tiefe, in denen ein einheitlicher Bump-Schlüssel zwangsläufig an einzelnen Stiften vorbeigreift.


  • Balanced Driver Pins, die auf den jeweiligen Kernstift abgestimmt eine konstante Stapelhöhe ergeben.



Das Impressioning-Paradox


Impressioning ist neben dem Picken die zweite klassische Methode, um einen Profilzylinder ohne Schlüssel zu öffnen. Der Angreifer steckt einen leeren, weichen Schlüsselrohling in den Zylinder, dreht ihn unter Spannung gegen den Anschlag und bewegt ihn dann wippend hin und her. Die unter Druck verklemmten Stifte hinterlassen winzige Druckmarken auf dem Rohling. An jeder Marke wird mit der Feile minimal Material abgetragen. Nach mehreren Durchgängen sitzt der Rohling auf Schließhöhe und der Schlüssel ist fertig.


Der Serrated-Stift mit seiner umlaufenden, mehrfachen Kerbung erschwert das Picken stark. Beim Impressioning kehrt sich der Vorteil aber um. Die scharfkantigen Riefenränder eines Serrated-Stifts drücken auf den Rohling stärker und klarer als die runde Spitze eines glatten Standardstifts. Das Ergebnis sind besonders eindeutige Druckmarken am Rohling. Was beim Picken zur Verwirrung führt, schärft beim Impressionieren das Bild.


Anders bei der Torpedo-Bauform. Marken bei Kernstiften mit angeschrägter Kontur können sich während des Impressionsvorgangs verlieren und an späterer Stelle wieder auftauchen. Eine Position ohne sichtbare Marke ist nicht zwingend auf Schließhöhe. Außerdem verklemmt die Schrägung am Stiftende den Kernstift in der Bohrung so stark, dass er sich tief in den Rohling einprägt und eine extreme Markierung erzeugt. Wer auf sie hin abfeilt, trägt zu viel Material vom Schlüsselrücken ab. Der Kernstift sinkt unter die Schließebene in den Kern hinein. Der Gehäusestift fällt nach und verklemmt sich an der Stiftkammer. Er hindert den Kernstift am Zurückweichen, also am Hochkommen. Beim nächsten Impressionsvorgang erzeugt der so blockierte Kernstift eine neue Druckmarke. Der Impressionist denkt, er habe noch nicht auf Schließhöhe gefeilt, und feilt weiter. Der Schlüssel ist an dieser Position dann nicht mehr zu retten. Torpedo-Stifte schützen also gegen Impressioning, weil sie Marken liefern, die unzuverlässig oder leicht falsch interpretiert werden.


Eine zusätzliche Schutzschicht ist Counter-Milling. Im Plug oder im Gehäuse werden zusätzliche Nuten eingefräst, die den Stift schon vor der eigentlichen Schließebene festklemmen. Beim Impressionieren erzeugen sie zusätzliche Markenpositionen, die der Angreifer als Schließhöhe missdeutet, obwohl sie es nicht sind.



Was Hersteller dagegen tun


Die Hochsicherheitshersteller in Europa kompensieren die Grenzen klassischer Sicherheitsstifte mit einem Bündel von Strategien, das sich ungefähr in zwei Kategorien einteilen lässt. Die erste Kategorie wirkt am Stift selbst und im Schlüsselkanal. Sie ist in den vorigen Abschnitten zu Bumping und Impressioning bereits behandelt worden. Die zweite Kategorie führt zusätzliche, eigenständige Sperrebenen ein, die unabhängig vom klassischen Stiftpaar funktionieren.


Zur ersten Kategorie gehören die schon erwähnten Bausteine.


  • Bauform-Mischung aus Pilzkopf, Spool und Torpedo im selben Zylinder, ergänzt durch Counter-Milling in der Bohrung.


  • Restriktiver paracentrischer Schlüsselkanal nach Art von Winkhaus, EVVA und DOM, mit dem Pickwerkzeuge schlicht keinen Raum mehr finden.


  • Horizontaler Schlüsselkanal in der DOM-iX-Reihe, im ABUS EC Extra Classe und im FTH Thirard SHG8, der dem Pick-Gun den nötigen Bewegungsspielraum nimmt.


  • Trap-Pins in Hilfskammern, wie es die niederländische M&C-Bauform umgesetzt hat. Diese Strategien sind die direkte Antwort auf die im vorigen Abschnitt beschriebenen Schwächen.


Die zweite Kategorie ist im Artikel bisher nur an einzelnen Hersteller-Stellen aufgetaucht und verdient eine Zusammenfassung. Sie umfasst sechs Bauelemente.


  • Aktive Profilstifte sind kleine seitliche Stifte oder Kugeln im Plug, die durch eine seitliche Bittung am Schlüssel gesteuert werden. Sie wirken nicht an der Schließebene, sondern als zusätzliches Tor neben dem klassischen Stift-Stack.


  • Sidebar bezeichnet eine seitlich am Plug verlaufende Sperrleiste, die nur dann freigibt, wenn alle Stifte zusätzlich auf einer eigenen Codierung stehen. ASSA Twin, EVVA 4KS, dormakaba quattro und Mul-T-Lock Interactive arbeiten alle mit einer Sidebar als zweiter Sperrebene neben dem Stift-Stack.


  • Magnetelemente bauen eine berührungslose Sperrebene ein. EVVA MCS verwendet in mehreren Stiftpositionen einen kleinen Magneten, dessen Polarität mit einer korrespondierenden Magnetcodierung am Schlüsselrücken übereinstimmen muss. Das Magnet-Konzept schützt unter anderem gegen Schlüsselkopien aus dem 3D-Drucker, weil Kunststoff keine Magnetisierung trägt.


  • Mechatronische Ergänzungen verbinden mechanische und elektronische Sperrebenen. ASSA CLIQ und Mul-T-Lock CLIQ sind klassische Beispiele. Im Schlüsselkopf sitzt eine Batterie, im Plug ein elektronisches Gegenstück. Erst wenn die elektronische Authentifizierung passt, gibt eine zusätzliche Sperre frei. Mechatronik öffnet zusätzlich die Möglichkeit der Zutrittsprotokollierung und der temporären Schlüssel-Sperrung. EVVA AirKey und Xesar arbeiten ohne mechanischen Schlüssel, sondern mit Karten oder Smartphone, sind aber für klassische Wohnungstür-Anwendungen im Privathaushalt eher Spezialfall.


  • Erhöhte Stiftzahl hebt die Anzahl der zu pickenden Elemente. Klassische deutsche Profilzylinder haben fünf oder sechs Stifte. DOM iX-10 hat zehn Stifte in zwei Reihen. Mul-T-Lock MT5+ kombiniert sieben Stiftpaare mit telescoping pins. Schlage Primus hat sechs klassische Stifte plus fünf Finger-Pins, die zusätzlich gedreht werden müssen. Mehr Elemente heißen mehr Schlüssel-Permutationen für die Schließanlage und einen höheren Aufsperrwiderstand.


  • Solange das Schlüsselprofil patentgeschützt ist und der Rohling nur über kontrollierte Vertriebskanäle gegen Sicherheitskarte erhältlich ist, hat der Angreifer kein Material, aus dem er einen Bump- oder einen Impressioning-Schlüssel anfertigen könnte. Das ist im Privathaushalt der praktisch wichtigste Schutz, weil er die Hürde am Anfang der Angriffskette setzt.


Sicherheitsstifte sind also nur eine Schutzlinie unter mehreren. Welche Mischung in einer konkreten Stuttgarter Wohnungstür sinnvoll ist, hängt von Lage, Nutzungsprofil und Versicherungsforderung ab.


Konzentrisches Schichten-Diagramm der sechs Sicherheitsebenen im Profilzylinder vom Pin-Tumbler-Kern über Sicherheitsstifte und Sidebar bis zum Patentschutz


Was Polizei, VdS und DIN empfehlen


Wer in Deutschland einen Profilzylinder kauft, hat drei Bezugsquellen, die für die Beurteilung wirklich zählen. Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes mit ihrer Webseite k-einbruch.de. Die europäische Norm DIN EN 1303 und ihre deutsche Konkretisierung DIN 18252. Und die unabhängige Anerkennung der Versicherungswirtschaft nach VdS 2156-1. Alle drei sagen im Kern dasselbe, aber mit unterschiedlichen Schwerpunkten.



Was die Polizei empfiehlt


Die Polizeiliche Kriminalprävention versteht ein „sicheres Schloss" nicht als einzelnes Bauteil, sondern als Zusammenspiel von drei Komponenten. Den Profilzylinder, das einbruchhemmende Einsteckschloss mit Falle und Riegel, und den Schutzbeschlag, der den Zylinder vor Aufbohren und Kernziehen schützt.


Für den Profilzylinder selbst nennt die Polizei eine konkrete Mindestempfehlung. Nach der aktuellen DIN 18252 in der Fassung von Mai 2018 soll der Zylinder mindestens der Angriffswiderstandsklasse A entsprechen, besser B. Mit zusätzlichem Ziehschutz lautet die Empfehlung Klasse C, besser D. Vergleichbare Sicherheit bieten Zylinder nach der älteren DIN 18252 in Klasse 1, besser 2 - bei der alten Norm sollte zusätzlich die Kennzeichnung „BS" für Bohrschutz oder „BZ" für Bohrschutz und Ziehschutz auf dem Zylinder stehen.


Der Schutzbeschlag soll der DIN 18257 entsprechen, mindestens in Klasse ES 1, am besten mit zusätzlicher Zylinderabdeckung. Wenn der Beschlag keine Zylinderabdeckung hat, muss der Profilzylinder mit dem Schutzbeschlag außen bündig abschließen mit einer maximalen Toleranz von drei Millimetern. Das einbruchhemmende Einsteckschloss soll der bisherigen DIN 18251 ab Klasse 4 entsprechen, bei Mehrfachverriegelung ab Klasse 3, oder nach der neuen DIN EN 12209 die Schutzwirkung 3 oder 4 erfüllen. Die Polizei verlangt zusätzlich einen Riegelausschluss von 20 Millimetern und eine starre Verriegelung in der Endlage.


Die Polizei sagt zur Frage, warum die einzelnen Komponenten zusammenwirken müssen, einen Satz, der den Punkt auf einen Nenner bringt. „Der Schutzbeschlag ist notwendig, weil er den Profilzylinder und das Einsteckschloss schützt." Diese Empfehlung ist die niedrigste Schwelle, die ein verantwortlicher Hauseigentümer in Stuttgart einhalten sollte.



Wie DIN EN 1303 einen Zylinder klassifiziert


DIN EN 1303 ist die europäische Norm für Schließzylinder, in der aktuellen Fassung von 2015. Sie gibt jedem Profilzylinder einen achtstelligen Klassifizierungsschlüssel. Die ersten sechs Stellen beschreiben Gebrauchskategorie, Dauerhaftigkeit, Türmasse, Brandschutztauglichkeit, Personensicherheit sowie Korrosions- und Temperaturbeständigkeit. Für die Frage nach dem Einbruchschutz sind die letzten zwei Stellen entscheidend.


Stelle 7 beschreibt die Schlüsselsicherheit in sechs Klassen, bewertet nach mehreren Kriterien zugleich. Wichtigste sind die Mindestanzahl effektiver Schlüsselvariationen, die Mindestanzahl beweglicher Zuhaltungen und die Nachschließsicherheit. Die Klassen 1 bis 6 sind dabei keine reine Skala der Variationsanzahl. Höhere Klassen verlangen zusätzlich strengere Anforderungen an die Zuhaltungs-Geometrie, an Schließanlagen-Tauglichkeit und an den Schutz gegen Nachbau mit Originalersatzteilen. Eine kleinere Variationsanzahl in einer höheren Klasse ist deshalb kein Widerspruch, sondern eine Folge der Gewichtsverschiebung im Anforderungsmix. Für VdS-anerkannte Schließzylinder der Klasse B fordert VdS 2156-1 die Schlüsselsicherheits-Klasse 6 als Mindeststandard.


Stelle 8 beschreibt den Angriffswiderstand. Hier sind fünf Stufen relevant.


  • Klasse 0 ist nicht für Einbruchschutz geeignet.

  • Klasse A ist die erste Sicherheitsklasse ohne Ziehschutz.

  • Klasse B die höhere ohne Ziehschutz.

  • Klasse C die erste mit Ziehschutz.

  • Klasse D die höchste mit Ziehschutz, ein Zylinder dieser Klasse muss längere Bohrtests bestehen.


Die deutsche DIN 18252 ergänzt DIN EN 1303 um konkrete Anforderungsprofile. Auf einem deutschen Profilzylinder finden Sie häufig die Kennbuchstaben BS für Bohrschutz oder BZ für Bohrschutz und Ziehschutz. BS bedeutet, dass der Zylinder gehärtete Stifte und gehärtete Stahlplatten an kritischen Stellen gegen Bohrer enthält. BZ bedeutet zusätzlich gehärtete Stahleinsätze, meist als Hülsen oder Querbolzen, die das Herausziehen des Zylinderkerns mit Spezialwerkzeug erschweren. Nicht jeder Zylinder weist diese Kennzeichen auf dem Körper aus, auch wenn er konstruktiv vergleichbar gerüstet ist. Eine VdS-Anerkennung ist hier der zuverlässigere Wegweiser, weil sie zusätzlich zur Norm-Klasse auch die Konstruktion und das Qualitätssicherungssystem des Herstellers prüft.


Aufschlüsselung des achtstelligen DIN-EN-1303-Klassifizierungscodes für Profilzylinder mit Hervorhebung der für Einbruchschutz entscheidenden Stellen 7 und 8

Was VdS dazusagt


  • Klasse A oder AZ steht für Basissicherheit. Geprüft werden mindestens 30.000 effektive Schlüsselvariationen, Aufsperrwiderstand mindestens 10 Minuten gegen Picking, Bumping und Elektropick zusammen, Bohrwiderstand mindestens 3 Minuten reine Bohrzeit innerhalb einer Gesamtprüfzeit von 10 Minuten, und 100.000 Schließzyklen Dauerhaftigkeit. Bei der AZ-Variante kommt eine Ausziehfestigkeit von 15 kN bei mindestens 3 Minuten dazu. Eine VdS-A-Anerkennung erfüllt die Polizei-Mindestempfehlung, sofern der Schutzbeschlag eine Zylinderabdeckung hat. Ohne Zylinderabdeckung am Beschlag muss der Zylinder selbst Ziehschutz haben, also mindestens VdS-AZ.


  • Klasse B oder BZ verlangt verschärfte Werte. Mindestens 100.000 Variationen, 30 Minuten Aufsperrwiderstand, 6 Minuten Bohrwiderstand bei 15 Minuten Gesamtprüfzeit, 200.000 Schließzyklen. Die BZ-Variante mit 6 Minuten Ausziehfestigkeit bei 15 kN.


  • Klasse B+ oder BZ+ ist die höchste Anerkennungsstufe für rein mechanische Profilzylinder. Diese Klassen erfüllen zusätzlich zu den kompletten B- bzw. BZ-Anforderungen einen Aufsperrwiderstand von 90 Minuten und einen erhöhten Korrosionsschutz nach VdS 2110 Gruppe K3, was in der Praxis fünfzehn Zyklen Schwefeldioxid-Belastung bedeutet. Diese Klassen sind explizit alarmtauglich, also für Schaltgeräte von Einbruchmeldeanlagen geeignet.


  • Eine Klasse C gibt es ausschließlich für elektronische Schließzylinder nach VdS 2156-2.

    Beim Bohrtest darf der Prüfer eine Bohrmaschine bis 1.000 Watt mit variabler Drehzahl bis 3.000 Umdrehungen pro Minute verwenden. Erlaubt sind hartmetallbestückte Bohrer von 3 bis 7 Millimetern oder HSS-Bohrer von 2 bis 12 Millimetern, beliebig viele und auch speziell geschärft. Geprüft wird an drei baugleichen Zylindern, das schlechteste Ergebnis zählt. Reine Bohrzeit wird gestoppt, jeder Bohrerwechsel mit zehn Sekunden gerechnet, Reinigung und Spanentfernung gehen in die Gesamtprüfzeit ein. Beim Aufsperrtest darf der Prüfer mit Picking-Werkzeug, Schlagschlüssel und Elektropick arbeiten.


Die VdS hält fest, dass diese Zeiten Laborzeiten sind. Im realen Einbruchsversuch dauern Angriffe ein Vielfaches länger. Bestandene Zylinder tragen das VdS-Logo plus eine Anerkennungsnummer auf dem Zylinderkörper. Wer einen Profilzylinder mit VdS-BZ kauft, kauft objektiv geprüften Schutz gegen alle dokumentierten Angriffsmethoden plus Ziehschutz. Diese Klasse erfüllt automatisch die Polizei-Mindestempfehlung und entspricht auf Stelle 8 der DIN EN 1303 direkt der höchsten Klasse D.


Vergleichstabelle der VdS-Sicherheitsklassen A, B und B+ für Schließzylinder mit Schlüsselvariationen, Aufsperrwiderstand, Bohrwiderstand und Schließzyklen



Worauf Sie beim Kauf in Stuttgart achten sollten


Welche dieser Klassen Sie konkret brauchen, hängt von Ihrer Tür, ihrer Lage und Ihrem Sicherheitsbedürfnis ab. Drei Punkte sind dabei wichtig, und der erste ist nicht das, was viele Käufer vermuten.



Klasse vor Stiftzahl


Eine häufige Verwechslung im Verkaufsgespräch ist die Annahme, allein die Stiftzahl mache einen Zylinder sicher. So einfach ist es nicht. Mehr Stifte sind nur dann ein Sicherheitsgewinn, wenn sie mit Sicherheitsstiften, Sidebar oder Schlüsselkanal-Geometrie kombiniert werden. Ein Fünf-Stift-Zylinder mit drei guten Sicherheitsstiften kann deutlich sicherer sein als ein Standard-Fünf-Stift-Zylinder vom Baumarkt ohne jeglichen Sicherheitsstift. Was zählt, ist die Bauform der Stifte, ihre Mischung und die nachweisbare Klasse.


Achten Sie deshalb beim Kauf zuerst auf die VdS-Klasse oder die Angriffswiderstandsklasse nach DIN EN 1303 Stelle 8. Ein Zylinder mit VdS-AZ-Anerkennung ist objektiv geprüft und erfüllt die Polizei-Mindestempfehlung in jedem Montagefall, auch wenn der Schutzbeschlag keine integrierte Zylinderabdeckung hat. VdS-BZ ist eine gute Wahl bei einer Wohnungseingangstür in einer Lage mit erhöhtem Einbruchsrisiko. VdS B+ oder BZ+ sind die höchste Stufe für mechanische Profilzylinder und sinnvoll, wenn die Tür gleichzeitig Teil einer Alarmanlage ist.



Schlüsselkanal, Patentschutz und Bohrschutz


Der zweite Punkt ist der Schlüsselkanal. Sicherheitsstifte ohne restriktiven Schlüsselkanal sind gegen Pick-Gun und einige andere Angriffe nur eingeschränkt wirksam. Achten Sie auf Hersteller, die restriktive Schlüsselkanäle einsetzen, etwa paracentrisch oder mit horizontaler Einschubrichtung. DOM iX mit horizontalem Keyway, Winkhaus Titan mit multi-paracentrischem Profil und Mul-T-Lock MT5+ mit telescoping pins sind Beispiele aus dem höheren Marktsegment.


Mit dem Schlüsselkanal hängt eine zweite, oft übersehene Frage zusammen. Der Patentschutz auf das Schlüsselprofil. Wenn ein Hersteller ein neues Schlüsselprofil entwickelt, lässt er es patentieren. Solange das Patent läuft, dürfen passende Schlüsselrohlinge nur über kontrollierte Vertriebskanäle hergestellt und verkauft werden, meist nur gegen Vorlage einer Sicherheitskarte. Üblich sind Patentlaufzeiten von zwanzig Jahren ab Anmeldung. Bei den großen DACH-Herstellern werden Patente in der Regel europaweit gehalten, Lücken in einzelnen Nachbarländern kommen eher bei kleineren Marken vor.


Für die Sicherheit des Hausbesitzers heißt das, dass mit dem Patentablauf das Bumping-Risiko steigt. Ein Bumping-Schlüssel muss aus einem passenden Rohling angefertigt werden. Solange der Rohling nicht frei am Markt ist, ist die Hürde für einen Angreifer hoch. Wer einen Hochsicherheitszylinder mit aktuellem Patentschutz kauft, kauft also nicht nur ein technisches Niveau, sondern auch einen zeitlich begrenzten Vorteil bei der Bumping-Resistenz.


Eine neue Bedrohung, die der klassische Patentschutz nicht abdeckt, sind Schlüsselkopien aus dem 3D-Drucker. Ein Kunststoff-Schlüssel druckt sich für unter dreihundert Euro Geräteinvest, und Plastik überträgt den Bumping-Schlag sogar besser als Metall. Die Hersteller-Antwort darauf sind magnetbasierte Erweiterungen wie EVVA MCS oder ABUS Bravus MX Magnet, bei denen ein integrierter Magnet den Schließvorgang freigibt - ein Element, das ein 3D-Drucker nicht reproduzieren kann.


Der dritte Punkt ist der mechanische Bohrschutz. Auf hochwertigen Zylindern findet sich oft das Kennzeichen BS oder BZ nach DIN 18252 auf dem Zylinderkörper. Diese Kennzeichnung ist im eingebauten Zustand bewusst nicht sichtbar, damit der Angreifer keine Information über die Schutzart erhält. Bei VdS-anerkannten Zylindern ergibt sich der Schutz aus der VdS-Klasse selbst, ein zusätzlicher BS- oder BZ-Stempel ist dann redundant. Bei Zylindern ohne Anerkennung steht der Schutzhinweis manchmal nur im Datenblatt. Wer hier sicher gehen will, achtet zusätzlich auf die VdS-Anerkennung, die geprüfte Schutzarten transparent über die Anerkennungsklasse kennzeichnet.


Vergleichstabelle der VdS-Sicherheitsklassen A, B und B+ für Schließzylinder mit Schlüsselvariationen, Aufsperrwiderstand, Bohrwiderstand und Schließzyklen


Häufige Fragen zu Sicherheitsstiften und Profilzylindern


Was bringen Sicherheitsstifte überhaupt?

Sicherheitsstifte erzeugen unter Drehdruck Falsch-Positionen, in denen sich der Stift verkantet, ohne die Schließebene zu erreichen. Damit erschweren sie das systematische Setzen der Stifte und machen das Picken eines Zylinders ohne Originalschlüssel deutlich aufwendiger. Ohne Sicherheitsstifte öffnet ein erfahrener Picker einen Standardzylinder oft in unter einer Minute. Mit Sicherheitsstiften steigt die Hürde erheblich, wenn auch nicht unendlich.

Schützen Sicherheitsstifte auch gegen Bumping?

Nur eingeschränkt. Bumping ist eine Angriffsmethode, die die Stifte nicht einzeln und systematisch setzt, sondern durch einen Schlag in das Schlüsselbett alle Treiberstifte gleichzeitig vom Kernstift abhebt. Die Falsch-Positions-Mechanik der Sicherheitsstifte greift dabei kaum, weil die Treiberstifte im Bruchteil einer Sekunde hochgeschleudert werden, ohne in eine Falsch-Position eingreifen zu können.


Wirksamer Bumping-Schutz kommt deshalb meistens aus anderen Bauelementen. Restriktive Schlüsselkanäle, die das Einführen eines Bumping-Schlüssels mechanisch erschweren. Aktiver Patentschutz auf das Schlüsselprofil, der den Zugang zu passenden Rohlingen einschränkt. Magnetische oder elektronische Zusatzelemente wie EVVA MCS oder ABUS Bravus MX Magnet, die ohne Original-Bauteil im Schlüssel nicht freigeben.

Wie viele Sicherheitsstifte muss mein Profilzylinder haben?

Die Anzahl ist nicht das entscheidende Kriterium. Pilzkopf- und Spool-Stifte können nicht in jeder Bohrung eines Fünf-Stift-Zylinders verbaut werden, weil der Schlüssel sich sonst nicht mehr zuverlässig einführen ließe. Voll bestückte Pilzkopf-Zylinder erzeugen unter dem Originalschlüssel zu viele Reibungspunkte und springen nicht sauber in die Schließposition zurück.


Wichtiger als die Zahl ist die Bauform der Stifte und ihre Mischung im selben Zylinder. Ein guter Hochsicherheitszylinder kombiniert mehrere Formen. Die DOM-S-Linie kombiniert torpedoförmige Kernstifte mit gestapelten Spool-Treibern. Winkhaus mischt vier verschiedene Treibertypen im selben Zylinder. ASSA Twin kombiniert Counter-Milling mit Spool. Diese Hybridisierung ist heute Industriestandard.

Welche VdS-Klasse ist für meine Wohnungseingangstür sinnvoll?

Für mechanische Profilzylinder vergibt die VdS drei Hauptklassen, jeweils mit einer Variante für integrierten Ziehschutz.


  • Klasse A oder AZ als Basissicherheit

  • Klasse B oder BZ als mittlere Sicherheit

  • Klasse B+ oder BZ+ als höchste mechanische Stufe


Für eine durchschnittliche Stuttgarter Wohnungseingangstür im Obergeschoss reicht VdS-AZ als untere Schwelle, weil sie die Polizei-Mindestempfehlung in jedem Montagefall erfüllt. In einer Lage mit auffälligen Einbruchszahlen, etwa in den nördlichen Stadtbezirken Zuffenhausen, Mönchfeld oder Stuttgart-Freiberg, ist VdS-BZ angemessen. In einer Wohnung mit besonders erhöhtem Risiko, etwa einem Erdgeschoss mit Terrassentür oder einer Tür, die gleichzeitig Teil einer Alarmanlage ist, lohnt sich der Schritt zu VdS B+ oder BZ+. Eine VdS-Klasse C gibt es nur für elektronische Schließzylinder nach VdS 2156-2.

Verlangt meine Hausratversicherung eine bestimmte VdS-Klasse?

Standard-Hausratversicherungen verlangen in der Regel keinen VdS-anerkannten Zylinder als Voraussetzung für die Leistung. Sie verlangen den Nachweis eines gewaltsamen Einbruchs mit Werkzeugspuren oder eines durch Raub erbeuteten Schlüssels.


Es gibt aber drei Ausnahmen, die in Stuttgart praktisch relevant sind.


  • Erstens, Sondertarife mit hohen Versicherungssummen ab etwa hunderttausend Euro Hausrat oder mit Wertgegenständen wie Schmuck und Kunst koppeln die Leistung manchmal an Mindestsicherungs-Klauseln, in denen DIN 18252 oder VdS-Anerkennung verlangt wird.


  • Zweitens, bei groben Sicherungsmängeln, Tür nicht abgeschlossen, sondern nur ins Schloss gezogen, kann die Versicherung wegen grober Fahrlässigkeit kürzen.


  • Drittens, Wohngebäudeversicherungen können in Sonderbedingungen Anforderungen an Schloss und Zylinder enthalten, vor allem nach einem Vorschaden.


Wer auf Nummer sicher gehen will, prüft die Versicherungsbedingungen vor dem Zylinderkauf und wählt mindestens VdS-AZ.

Darf ich als Mieter den Profilzylinder selbst tauschen?

Ja. Das alleinige Bestimmungsrecht über den Zugang zur eigenen Wohnung gehört dem Mieter, solange das Mietverhältnis läuft. Klauseln im Mietvertrag, die einen Tausch des Wohnungstür-Zylinders verbieten, sind in aller Regel unwirksam. Der Mieter trägt die Kosten und sollte den Original-Zylinder aufbewahren, um ihn beim Auszug wieder einzusetzen.


Eine wichtige Einschränkung gibt es bei Mehrfamilienhäusern mit Schließanlage und gemeinsamer Haustür. Dort darf der Mieter nur den Zylinder seiner eigenen Wohnungstür tauschen. Den Haustür-Zylinder oder einen Zylinder, der Teil einer hausweiten Schließanlage ist, darf der Mieter nicht eigenmächtig tauschen.

Wie erkenne ich, ob mein bestehender Zylinder veraltet ist?

  • Erstens, ein fehlendes VdS-Logo am Zylinderkörper und keine BS- oder BZ-Auslobung im Hersteller-Datenblatt. Das VdS-Logo ist außen am Zylinderkörper sichtbar angebracht. Die BS- oder BZ-Kennzeichnung ist meist eingestempelt, im eingebauten Zustand bewusst aber nicht sichtbar. Wenn weder das eine noch das andere zu finden ist, ist der Zylinder mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne objektive Schutzprüfung.


  • Zweitens, ein Zylinder, der mehr als drei Millimeter über den Schutzbeschlag hinausragt und damit den Brechrohr-Angriff erleichtert. Die Polizei-Mindestempfehlung verlangt Bündigkeit mit einer Toleranz von plus drei Millimetern.


  • Drittens, ein Schlüsselprofil ohne Sicherheitskarte, bei dem ein beliebiger Schlüsseldienst Kopien ohne Berechtigungsnachweis ausgibt. Das ist ein Hinweis auf einen unpatentierten Schlüsselrohling.


  • Viertens, deutlicher Verschleiß wie schwergängige Drehbewegungen, klemmender Schlüssel oder ein Zylinder, der bei seitlichem Druck Spiel zeigt. Mechanischer Verschleiß ist auch ein Sicherheitsrisiko, weil ausgeschlagene Stiftbohrungen das Picken erleichtern.


  • Fünftens, ein Marken-Modell, dessen Schlüsselprofil-Patent bereits abgelaufen ist und für das deshalb Rohlinge frei verfügbar sind. Standard-Patentlaufzeit sind zwanzig Jahre ab Anmeldung. Ein DOM-Zylinder von vor 2005 hat heute keinen aktiven Patentschutz mehr auf den Schlüsselrohling.


Quellen und weiterführende Literatur


Polizei und Behörden


Normen und Anerkennungen


Polizeiliche Kriminalstatistik


Pin-Tumbler-Gründungspatente


Antipick-Linie (Pilzkopf, Spool, Serrated)


Schlage Primus, Mul-T-Lock und BiLock


Europäische Hochsicherheits-Patente


Hersteller-Materialien


Bücher und Fachcommunity


Verbraucher-Tests


Recht


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