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Bandseitensicherung an der Wohnungstür nachrüsten

  • 15. Apr.
  • 10 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Juli

Jede Wohnungstür hat zwei Seiten. Auf der einen sitzt das Schloss, oft mit Schutzbeschlag und Zusatzschloss aufgerüstet. Auf der anderen hängt die Tür in ihren Bändern, den Scharnieren, und dort schützt sie meistens nichts. Genau diese Bandseite hebeln Einbrecher auf, weil sie dem Werkzeug am wenigsten entgegensetzt. Eine Bandseitensicherung schließt die Lücke. Sie greift beim Zuziehen automatisch in den Rahmen und hält die Tür auf der Seite fest, an der das beste Schloss nichts ausrichtet. Mit Material und Montage kostet das für eine Wohnungstür zwischen 110 und 260 Euro. Welche Produkte es gibt, welche zu Ihrer Tür passt und worauf es beim Einbau ankommt, steht in den nächsten Abschnitten.


Warum die Bandseite nachgibt

Türbänder halten die Tür drehbar im Rahmen, für mehr sind sie nicht gebaut. Die verbreiteten Einbohrbänder bestehen aus runden Stahlzapfen in runden Bohrungen. Beim Drehen laufen sie sauber, gegen seitlichen Druck bieten sie kaum Widerstand.


Diesen Druck erzeugt ein Einbrecher mit dem Hebel. Sein Werkzeug setzt in der Falzluft an, dem schmalen Spalt zwischen Türblatt und Zarge, der jede Tür umläuft. Je weiter der Ansatzpunkt vom nächsten Band entfernt liegt, desto größer die Kraft, am oberen und unteren Türrand ist die Tür deshalb am verwundbarsten. Geben die Bänder nach, lässt sich das Türblatt aus dem Rahmen drücken, und das Schloss auf der anderen Seite bleibt unberührt.


Aufhebeln ist die häufigste Einbruchsmethode, schreibt das Polizei-Netzwerk Zuhause sicher, und gegen das Aufhebeln im Bandbereich empfiehlt die Polizeiliche Kriminalprävention auf k-einbruch.de spezielle Bändersicherungen.

Die Bänder selbst tauschen hilft übrigens wenig, auch massive Bänder bleiben Drehpunkte. Die Bandseite braucht ein Bauteil, das nur eine Aufgabe hat, nämlich festhalten.


Wie eine Bandseitensicherung funktioniert

Dieses Bauteil führt der Handel unter vielen Namen. Bandseitensicherung, Scharnierseitensicherung, Hinterbandsicherung, Türaushebesicherung, Bändersicherung, Hintergreifhaken oder Zwangsverriegelung, gemeint ist immer dasselbe Prinzip. Am Türblatt sitzt ein Metallteil mit Zapfen, Stiften oder Krallen, am Rahmen ein Gegenstück mit Löchern oder Ausnehmungen. Beim Schließen fahren die Zapfen in das Gegenstück ein, bei geschlossener Tür sind Türblatt und Rahmen auf der Bandseite fest verbunden.


Die Sicherung arbeitet passiv. Beim normalen Öffnen gleiten die Zapfen widerstandslos heraus, kein Schlüssel, kein zusätzlicher Handgriff, im Alltag merkt niemand, dass sie da ist. Sie blockiert erst, wenn seitlicher Druck auf die Bandseite wirkt, also genau beim Aufhebelversuch.


In der Bauweise trennt sich das Feld. Einfache Modelle arbeiten mit geraden Stahlzapfen, die in Löcher greifen. Sie halten die Tür fest, können bei großer Kraft aber herausgedrückt werden. Verkrallende Modelle setzen auf Krallen oder Haken, die hinter eine Kante greifen, und je mehr Druck auf die Tür kommt, desto fester sitzt die Verkrallung. Dieser Unterschied erklärt einen großen Teil der Preisspanne.


Eine Ausnahme vorweg. Bei Türen, die als komplettes Element nach DIN EN 1627 geprüft sind, ab Widerstandsklasse RC 2, ist die Bandseite Teil der geprüften Gesamtkonstruktion. Die Hersteller sichern sie ab Werk. Wer eine solche sichere Tür hat, braucht keine Nachrüstung. Alle anderen lesen weiter.


Woran Sie gute Produkte erkennen

Ob eine Sicherung dem Hebel wirklich standhält, prüfen unabhängige Stellen, und deren Zeichen sind die verlässlichste Orientierung beim Kauf.


Die wichtigste Norm für aufschraubbare Nachrüstprodukte ist die DIN 18104 Teil 1. Geprüft wird auf normierten Multiplex-Prüfplatten mit statischer und manueller Belastung, das maximale Verriegelungsspiel darf 5 Millimeter nicht überschreiten. Teil 2 der Norm gilt für Produkte, die im Falz eingelassen werden. Dazu kommen zwei Prüfstellen. Die VdS Schadenverhütung, die Prüfstelle der Versicherungswirtschaft, erkennt Nachrüstprodukte zur Verriegelung nach der Richtlinie VdS 2536 an, das zählt auch gegenüber der eigenen Versicherung. DIN CERTCO, eine Gesellschaft der TÜV Rheinland Gruppe, vergibt das Zeichen DIN-Geprüft einbruchhemmend. Geprüfte und fachgerecht montierte Nachrüstprodukte ordnet die Polizeiliche Kriminalprävention dem K-EINBRUCH-Level B zu, der Stufe, die sie für die mechanische Absicherung empfiehlt.


Wie viel diese Zeichen wert sind, zeigt die Stiftung Warentest. 2016 bewertete sie neun von 15 Türsicherungen mit mangelhaft, zwei Bandsicherungen bestanden mit sehr gut. Im Test von Fenstersicherungen vom September 2025 wiederholte sich das Muster, die Einbruchhemmung war entweder sehr gut oder mangelhaft, dazwischen lag fast nichts. Prüfzeichen sind keine Formalie.


Die Produkte im Vergleich

Auf dem deutschen Markt tragen nur wenige Bandseitensicherungen solche Zeichen. Das ist der Überblick, sichtbar aufgeschraubte Modelle zuerst, verdeckt eingebaute danach.


Die ABUS TAS 112 ist die einzige sichtbar aufgeschraubte Bandseitensicherung im aktuellen ABUS-Sortiment. Sie arbeitet mit einer drehbar gelagerten Bolzenverkrallung, die Bolzen sind immer im Eingriff und drehen beim Öffnen der Tür mit. Den Druckwiderstand gibt ABUS mit über einer Tonne an. Als einziges Produkt in diesem Vergleich trägt sie alle drei Nachweise, DIN 18104-1, VdS-Anerkennung und das DIN-CERTCO-Zeichen. Sie passt laut Hersteller auf Türen aus Holz, Kunststoff und Aluminium und kostet rund 45 bis 55 Euro pro Stück.


Der IKON Krallfix 3 von ASSA ABLOY, im Katalog als Türbandseitensicherung geführt, arbeitet ebenfalls verkrallend und ist VdS-anerkannt. Er wird paarweise mit Montagematerial geliefert, ein Paar kostet je nach Händler rund 65 bis 103 Euro.


Daneben führt IKON einfachere Bändersicherungen mit massiven Stahlzapfen, deren Wirkung der Hersteller im Katalog als Tresorprinzip beschreibt. Die 9M18 arbeitet mit zwei Zuhaltungen, die 9M19 mit drei, die 9M16 bringt zusätzlich einen Maueranker mit. Prüfzeichen tragen sie nicht, die Preise liegen zwischen rund 14 und 27 Euro.


Bei den verdeckten Modellen sitzt die Technik unsichtbar im Falz. Die ABUS TAS 102 verkrallt sich mit zwei massiven Stahlriegeln automatisch im Rahmen, kostet rund 13 bis 18 Euro und trägt keine Prüfzeichen. Simonswerk baut mit der BAKA Nr. 200 und Nr. 205 Türsicherungen, deren Sicherungszapfen beim Schließen in eine Gegenplatte greifen, die Nr. 200 für Holz- und Stahlzargen, die Nr. 205 für Blockzargen. Auch sie tragen keine Prüfzeichen, ein Stück kostet rund 13 bis 21 Euro. Alle verdeckten Modelle verlangen Fräsarbeiten an Türblatt oder Rahmen. BASI führt mit der BS 280 und der BSA 90 zwei einfache aufgeschraubte Bändersicherungen ohne Prüfzeichen, erhältlich nur über den Fachhandel.


Modell

Bauart

Prüfzeichen

Preis

ABUS TAS 112

aufgeschraubt

DIN 18104-1, VdS, DIN CERTCO

45 bis 55 Euro je Stück

IKON Krallfix 3

aufgeschraubt

VdS

65 bis 103 Euro je Paar

IKON 9M16, 9M18, 9M19

aufgeschraubt

keine

14 bis 27 Euro je Stück

ABUS TAS 102

verdeckt, eingefräst

keine

13 bis 18 Euro je Stück

Simonswerk BAKA 200, 205

verdeckt, eingefräst

keine

13 bis 21 Euro je Stück

BASI BS 280, BSA 90

aufgeschraubt

keine

nur Fachhandel


Alle Preise sind Bruttopreise, Stand Juli 2026.


Wer statt einzelner Bauteile gleich die ganze Tür verriegeln will, stößt auf den Panzerriegel. Der Querriegel sichert Schlossseite und Bandseite zugleich, ist dafür von innen deutlich sichtbar und braucht tragfähiges Mauerwerk links und rechts der Tür. Die Bandseitensicherung ist die kleinere Lösung, sie ergänzt eine Schlossseite, die schon gesichert ist, etwa durch Sicherheitsschließblech und Zusatzschloss oder eine Mehrfachverriegelung.


Welche Sicherung zu Ihrer Tür passt

Aus dem Überblick wird eine Auswahl, sobald Sie Ihre eigene Tür ansehen. Vier Fragen reichen.


Woraus besteht das Türblatt

Wohnungseingangstüren in Mehrfamilienhäusern bestehen meist aus Holzwerkstoff, der Unterschied liegt im Kern. Eine Vollspanplatte ist durchgehend massiv, Schrauben halten darin sicher. Eine Röhrenspanplatte hat Hohlräume, dort greifen Schrauben ins Leere, verbreitet war diese Bauart in den 1970er bis 1990er Jahren.


Der einfachste Test ist der, den ich selbst an jeder unbekannten Tür mache. Ich klopfe gegen das Türblatt. Ein massiver, dumpfer Klang deutet auf Vollspan, ein hohler auf Röhrenspan oder Wabeneinlage, dann muss die Befestigungsstelle unter Umständen verstärkt werden. Hauseingangstüren aus Aluminium oder Kunststoff haben dagegen dünne Profilwände von oft nur zwei Millimetern, für sie kommen nur wenige Nachrüstprodukte in Frage.


Welche Zarge hat die Tür

Die Türzarge verbindet Tür und Wand, ihre Stabilität entscheidet, ob eine Bandseitensicherung überhaupt wirken kann. In Mehrfamilienhäusern der 1950er bis 1990er Jahre sind eingemörtelte Stahlzargen der Normalfall, fest im Mauerwerk verankert und die beste Grundlage für jede Nachrüstung. In Neubauten werden Stahlzargen zunehmend nur eingeschäumt, ohne Verschraubung im Mauerwerk. Die Polizei verlangt eine feste, druckfest hinterfütterte Verbindung zum Mauerwerk, Montageschaum allein leistet das nicht. Eine nur geschäumte Zarge drückt ein Einbrecher samt Tür aus der Wand, egal wie viele Sicherungen daran hängen. Bei Holzzargen bietet die massive Blockzarge genug Material für eine sichere Verschraubung, die mehrteilige Futterzarge braucht oft zusätzliche Anschraubplatten. Hohlkammerprofile aus Holzwerkstoff sind der schwierigste Fall.


Ist die Tür gefälzt oder stumpf

Bei gefälzten Türen greift ein Überschlag des Türblatts über die Zarge, so sind die meisten Wohnungstüren in Bestandsgebäuden gebaut. Der Überstand leistet einen kleinen Zusatzwiderstand gegen seitliches Verschieben. Stumpfe Türen liegen flächenbündig in der Zarge, ihnen fehlt dieser Widerstand komplett. Hier bringt die Nachrüstung am meisten. Die meisten Produkte sind für gefälzte Türen ausgelegt, bei stumpfen Türen lohnt der Blick in die Freigabeliste des Herstellers.


Öffnet die Tür nach innen oder nach außen

Wohnungstüren öffnen in Deutschland in der Regel nach innen, dafür sind die meisten Produkte gebaut. Bei nach außen öffnenden Türen liegen die Bänder von außen zugänglich, die Bandseite ist dann noch verwundbarer. Hier passen nur Produkte, die für diese Richtung freigegeben sind.


Aus den vier Antworten ergibt sich die Auswahl. Für die häufigste Stuttgarter Situation, Holztür mit eingemörtelter Stahlzarge, gefälzt, nach innen öffnend, sind die TAS 112 und die Simonswerk Nr. 200 freigegeben. Bei Holzzargen passt fast alles aus dem Überblick. Bei Kunststoff- und Aluminiumtüren bleibt im Nachrüstbereich fast nur die TAS 112. Bei einer geschäumten Zarge kommt erst die Verankerung der Zarge, dann die Sicherung, sonst hält sie nur so lange wie der Schaum. Wer seine Tür in keiner dieser Zeilen wiederfindet, holt einen Fachbetrieb dazu, denn kein Onlineshop kann vom Schreibtisch aus beurteilen, was Ihre Zarge trägt.


Einbau, Anzahl und Verankerung

Steht das Produkt fest, entscheidet der Einbau über die Wirkung.

Zur Anzahl empfiehlt die Polizei, beide Türseiten zu sichern, auf Griffseite wie Bandseite mindestens eine Verriegelung, bei hohen Elementen je zwei. Als Faustregel aus dem Normumfeld gilt eine Zusatzsicherung pro Meter Höhe und Seite, bei einer Wohnungstür mit rund zwei Metern also zwei Bandseitensicherungen. Abschließbar sein muss dabei eine Sicherung auf der Griffseite, Bandseitensicherungen selbst sind nie abschließbar, sie arbeiten automatisch.


Ihre Position richtet sich nach den Bändern, denn dort greift der Hebel an. Jede Sicherung sitzt so nah wie möglich an einem Band, eine am unteren, eine am oberen. Das genaue Maß nennt die Montageanleitung des jeweiligen Herstellers, ABUS etwa verlangt für seine Türsicherungen mindestens 10 Zentimeter Abstand zum Band.


Halt findet die Sicherung nur in einem tragfähigen Untergrund, und die Zarge selbst kann die Schwachstelle sein. Einige Produkte verankern deshalb durch die Zarge hindurch direkt im Mauerwerk. Die IKON 9M16 und die BASI BSA 90 bringen dafür Maueranker mit. Der ABUS TAS 112 liegen Poweranker und Rahmendübel von 8 mal 120 Millimetern bei, für Metallzargen empfiehlt ABUS den Befestigungsanker BA oder das Set IM100 mit Verbundmörtel. Was davon trägt, entscheidet das Mauerwerk. Vollstein und Beton sind unkritisch, Hochlochziegel verlangen Bohren ohne Schlag und idealerweise Injektionsanker, Porenbeton braucht Spezialdübel oder chemische Verankerung.


Aufgeschraubte Modelle montiert ein geübter Heimwerker selbst, die Hersteller liefern Bohrschablonen und Anleitungen mit. Drei Gründe sprechen trotzdem für den Fachbetrieb. Verdeckte Modelle verlangen Fräsarbeiten, bei denen ein Ausrutscher das Türblatt ruiniert. Die Verankerung muss zum Mauerwerk passen, wer Hochlochziegel mit Schlag bohrt, hat hinterher ein ausgebrochenes Loch statt Halt. Und wer eine Förderung nutzen will, braucht ohnehin ein Fachunternehmen. Auch zur Miete müssen Sie auf die Nachrüstung nicht verzichten, § 554 BGB gibt Ihnen seit 2020 einen Anspruch auf die Erlaubnis des Vermieters. Die Einzelheiten stehen im Beitrag zum Einbruchschutz in der Mietwohnung.


Was die Nachrüstung kostet

Die Gesamtkosten setzen sich aus Material für zwei Sicherungen und der Montage zusammen. Die Montagepreise sind branchenübliche Richtwerte, denn veröffentlichte Preislisten für einzelne Nachrüstprodukte sind selten.


Mit der aufgeschraubten TAS 112 kostet die Tür zwischen 170 und 260 Euro, davon 90 bis 110 Euro Material und 80 bis 150 Euro Montage. An Metallzargen mit Verbundmörtel werden es 20 bis 30 Prozent mehr. Der Krallfix 3 liegt mit 65 bis 103 Euro pro Paar und gleicher Montage bei 145 bis 253 Euro. Die verdeckte TAS 102 ist im Material mit 26 bis 36 Euro günstig, braucht aber Fräsarbeiten für 100 bis 200 Euro. Zusammen sind das 126 bis 236 Euro. Einfache Zapfenprodukte von IKON, Simonswerk und BASI kosten mit Montage zwischen rund 110 und 200 Euro.


Zwei Wege drücken den Preis. Die KfW fördert Einbruchschutz einschließlich Bandseitensicherungen über den Kredit 159. Ohne Kredit lassen sich 20 Prozent der Arbeitskosten nach § 35a EStG von der Steuer abziehen, beides zusammen geht nicht. Über die Wirksamkeit entscheidet am Ende ohnehin die Montagequalität. Ein geprüftes Produkt an einer losen Zarge schützt weniger als ein einfaches, das korrekt im Mauerwerk verankert ist. Für ein verbindliches Angebot lohnen Anfragen bei zwei bis drei Betrieben, geprüfte Errichter listet die Polizei auf k-einbruch.de.


Wer ich bin und wann ich helfe

Ich bin Carlos Zultner, gelernter Mechatroniker mit drei Jahren als Schlosser. Im März 2026 habe ich das Fachseminar Öffnungstechnik der ABUS Akademie abgeschlossen, wie es dazu kam, steht auf der Seite Über mich.


Schlösser, Beschläge und Zargen sind mein Handwerk. Wenn Sie in Stuttgart, Kornwestheim oder Ludwigsburg wohnen, schaue ich mir Ihre Tür an und sage Ihnen, was fehlt und was reicht. Den Preis für eine Montage nenne ich Ihnen vorher am Telefon.


Sie erreichen mich unter 0151 47249421. Und wenn eine Tür gar nicht mehr aufgeht, öffne ich sie zum Festpreis von 99 Euro, wie das abläuft, steht auf der Seite Türöffnungen.


Häufige Fragen zur Bandseitensicherung


Was ist eine Bandseitensicherung?

Eine Bandseitensicherung ist ein Metallteil, das die Scharnierseite einer Tür gegen Aufhebeln schützt. Beim Schließen greifen Zapfen oder Krallen automatisch in ein Gegenstück am Rahmen, ohne Schlüssel und ohne zusätzlichen Handgriff. Der Handel nennt sie auch Scharnierseitensicherung, Hintergreifhaken, Türaushebesicherung oder Zwangsverriegelung.


Wie viele Bandseitensicherungen brauche ich?

Die Polizei empfiehlt für jede Türseite mindestens eine Zusatzsicherung, bei hohen Elementen je zwei. Als Faustregel gilt eine Sicherung pro Meter Türhöhe und Seite, bei einer Wohnungstür von rund zwei Metern also zwei Stück. Montiert werden sie nah an den Bändern, eine am unteren, eine am oberen.


Was kostet eine Bandseitensicherung mit Montage?

Für eine Standardtür mit zwei Sicherungen liegen die Gesamtkosten zwischen rund 110 und 260 Euro, Stand Juli 2026. Das DIN-geprüfte und VdS-anerkannte Modell ABUS TAS 112 kostet im Material 90 bis 110 Euro für zwei Stück, dazu kommen 80 bis 150 Euro Montage. Einfache Zapfenprodukte beginnen bei rund 26 Euro Material für zwei Stück.


Darf ich als Mieter eine Bandseitensicherung einbauen lassen?

Ja. Seit dem 1. Dezember 2020 gibt § 554 BGB Mietern einen Anspruch auf Erlaubnis für Einbruchschutzmaßnahmen, der Vermieter darf nur bei Unzumutbarkeit ablehnen. Holen Sie die Erlaubnis vorab schriftlich ein. Die Kosten für Einbau und späteren Rückbau tragen Sie, beim Auszug müssen die Sicherungen im Zweifel wieder ab.


Welche Bandseitensicherung ist die beste?

Die ABUS TAS 112 ist das einzige aufschraubbare Modell mit allen drei Nachweisen, DIN-Prüfung nach DIN 18104-1, VdS-Anerkennung und DIN-CERTCO-Zertifikat, mit einem Druckwiderstand von über einer Tonne. Der IKON Krallfix 3 trägt ebenfalls eine VdS-Anerkennung. Welches Produkt passt, hängt von Türmaterial, Zarge und Öffnungsrichtung ab.


Kann ich eine Bandseitensicherung selbst montieren?

Aufschraubbare Modelle wie die TAS 112 lassen sich mit handwerklichem Geschick selbst montieren. Verdeckte Modelle verlangen Fräsarbeiten und gehören in die Hand eines Fachbetriebs. Entscheidend ist die Verankerung, ein falsch gesetzter Dübel macht das beste Produkt wirkungslos.


Brauche ich eine Bandseitensicherung, wenn ich ein gutes Schloss habe?

Ja, denn das Schloss sichert nur seine eigene Seite. Die Bandseite bleibt ohne eigene Sicherung ungeschützt, und dort hebeln Einbrecher die Tür auf, ohne das Schloss zu berühren. Die Polizei empfiehlt deshalb, beide Seiten der Tür zu sichern.


Quellen

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