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Einsteckschloss verstehen. Bauteile, Maße, Normen und Wechsel

  • 20. Apr.
  • 19 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 11 Stunden

In jeder Zimmertür und jeder Haustür steckt ein kleiner Metallkasten. Er ist etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel und sitzt verdeckt im Türblatt. Sichtbar bleibt nur sein Stirnblech am Türrand. Dieser Kasten entscheidet, ob die Tür beim Zuziehen einrastet, ob der Schlüssel dreht, ob der Drücker zurückfedert. Wenn er kaputt geht, steht die Tür entweder offen oder ist zu und nicht mehr normal zu benutzen. Das ist das Einsteckschloss.


Der Name kommt daher, dass es in das Türblatt eingesteckt wird. Früher sagte man Einstemmschloss, weil die Tasche mit Stemmeisen geschlagen wurde. Heute fräst die Maschine. Deshalb setzt sich Einsteckschloss durch.



Was im Schlosskasten steckt


Ein Einsteckschloss besteht aus wenigen, klar unterscheidbaren Teilen. Wer sie einmal benennen kann, versteht jedes Herstellerdatenblatt und jeden Fachhandelsratgeber.


  • Der Stulp ist die Stirnfläche an der Türkante. Das silberne oder messingfarbene Blech mit zwei Schrauben oben und unten. Der Stulp ist die Visitenkarte des Schlosses. Hier liest der Fachbetrieb Hersteller, Typ und Klasse ab.


  • Die Falle ist das federbelastete, schräg angeschliffene Teil. Sie springt beim Zuziehen der Tür ins Schließblech und hält die Tür im unversperrten Zustand geschlossen. Die Falle arbeitet bei jeder Bewegung, oft tausende Mal im Jahr. Sie ist das meistbelastete Bauteil im Schloss.


  • Der Riegel ist das eckige Metallstück, das nur durch den Schlüssel bewegt wird. Er wird beim Abschließen ausgeschoben und hält die Tür gegen Einbruch. Der Riegel ist der eigentliche Schutz. Ohne Schlüssel bleibt er unbeweglich.


  • Die Schlossnuss ist die Aufnahme für den Drücker. In diesem quadratischen Loch steckt der Vierkantstift des Türgriffs. Wenn der Drücker gedrückt wird, zieht die Nuss die Falle ein. Eine Nussfeder stellt den Drücker zurück in die Ausgangslage.


  • Der Schlosskasten umschließt alles. Er ist das Gehäuse aus Stahlblech, in dem die Mechanik sitzt. Der Zylinderausschnitt darunter nimmt den Profilzylinder auf. Seine achterförmige Kontur ist die Standardaufnahme für den Euro-Profilzylinder nach DIN 18252.


Einsteckschloss im Querschnitt mit den sechs Bauteilen Stulp, Falle, Riegel, Schlossnuss, Zylinderausschnitt und Schlosskasten


Welche Zylinderart das Schloss aufnimmt


Nicht jedes Einsteckschloss nimmt jeden Zylinder. Vier Aufnahmen sind im deutschen Markt verbreitet, und der Endkunde erkennt am Stulp sofort, welche Variante seine Tür hat.


  1. Profilzylinder (PZ). Der Europa-Standard nach DIN 18252. Asymmetrische Achterform. Rund 95 Prozent aller modernen Wohnungs- und Haustüren in Deutschland arbeiten mit Profilzylinder. Wer heute ein neues Schloss kauft, kauft fast immer PZ.


  2. Buntbartschloss (BB). Für den klassischen Bartschlüssel, den man aus alten Filmen kennt. Das Loch im Stulp hat die klassische Schlüssellochform. BB-Schlösser sind im Altbau und bei Innentüren älterer Gebäude verbreitet. Sie bieten keinen Einbruchschutz, sind aber günstig und wartungsarm. Für Zimmertüren weiterhin vollkommen ausreichend.


  3. Rundzylinder (RZ). 22 Millimeter Außendurchmesser. Das Loch im Stulp ist rund. In der Schweiz Standard, in Deutschland vor allem in Altbauten der 1950er bis 1970er Jahre. Beim Tausch braucht es einen passenden Rundzylinder der gleichen Länge. BKS und Wilka bauen sie bis heute.


  4. Bad/WC (Abstellnuss). Kein Zylinder, sondern ein Knebel innen zum Abschließen. Außen eine Notentriegelung mit Schlitz für Münze oder Schraubendreher. Das Schloss hat eine sogenannte Abstellnuss statt eines Zylinderausschnitts. Typisch für Toiletten- und Badezimmertüren, wo niemand einen Schlüssel mittragen will.



Die vier Maße, die beim Kauf passen müssen


Ein Einsteckschloss hat viele Maße. Für den Endkunden zählen vier, und die müssen exakt stimmen, sonst passt das neue Schloss nicht.


  1. Dornmaß. Der Abstand von der Außenkante des Stulps bis zur Mitte der Drückernuss. In Deutschland üblich 55 Millimeter bei Zimmertüren, 65 bei Haustüren. Wer sich das Dornmaß einprägen will, denkt an einen Strohhalm, der vom Türrand bis zur Drückermitte reicht. Die Länge dieses Strohhalms ist das Dornmaß.


  2. Entfernung. Der Abstand von der Mitte der Drückernuss bis zur Mitte des Zylinders. 72 Millimeter bei Zimmertüren und Wohnungsabschluss, 92 bei Haustüren. Die Entfernung liegt parallel zum Stulp. Man misst sie am einfachsten auf dem ausgebauten Schloss von Loch zu Loch.


  3. Stulpbreite und Stulplänge. Die Stulpbreite liegt bei Zimmertüren meist bei 20 Millimetern, bei Haustüren bei 24. Die Länge beträgt 235 Millimeter bei Zimmertüren und 280 bei Haustüren. Dazu kommt die Form, rund oder eckig. Rund ist Standard bei Holz-Innentüren, eckig bei Objekttüren.


  4. Nussvierkant. Die Seitenlänge des Vierkantlochs in der Nuss. 8 Millimeter ist Standard für Zimmertüren, 9 für Feuerschutz und Panikschlösser, 10 für Haustüren. Wer unsicher ist, misst den vorhandenen Vierkantstift mit dem Messschieber, keine Diagonale, sondern die Kantenlänge.


Hersteller stanzen die Kurzkennung oft auf den Stulp, im Format Stulp/Dorn/Entfernung/Nuss. F20/55/72/8 bedeutet also Flachstulp 20 Millimeter, 55 Dorn, 72 Entfernung, 8 Millimeter Nuss.


Zwei weitere Maße sind eher für den Fachbetrieb relevant.


  • Das Hinterdornmaß ist der Abstand von der Drückernussmitte bis zur Rückseite der Schlosstasche. Es wird wichtig, wenn eine neue Schlosstasche gefräst werden muss.

  • Die Schlosslage bezeichnet die vertikale Position des Schlosses im Türblatt, typisch bei 1050 Millimeter über der Oberkante des fertigen Fußbodens. Auch dieses Maß wird selten verändert, aber bei Renovierung oder Neuanfertigung einer Tür ist es die Grundlage der Planung.


Die vier Maße am Einsteckschloss — Dornmaß 55 oder 65 mm, Entfernung 72 oder 92 mm, Stulpbreite 20 oder 24 mm, Nussvierkant 8, 9 oder 10 mm nach DIN 18251


Warum eine Schweizer Tür ein anderes Schloss braucht


Die Schlossmaße sind in Europa nicht einheitlich. Jedes Land hat historisch eigene Standards entwickelt. Wer eine importierte Tür hat oder über die Grenze kauft, sollte die Unterschiede kennen.


Deutschland und Österreich teilen die gleichen Standardmaße. Also 72 Millimeter Entfernung bei Zimmertüren, 92 bei Haustüren. Die Schweiz arbeitet mit 88 bis 90 Millimetern. In Italien gilt 78 Millimeter. In Frankreich 70 Millimeter. Einsteckschlösser aus dem Ausland passen meistens nicht in deutsche Drückergarnituren, Schutzbeschläge oder Schließbleche. Wer eine Schweizer Tür renoviert, braucht auch eine Schweizer Drückergarnitur und einen Schweizer Schutzbeschlag.


Ein weiteres Detail trennt Deutschland und Österreich trotz gleicher Hauptmaße. In Österreich sind umstellbare Fallen üblich, der Schlosskasten sitzt mittig im Türblatt. In Deutschland gibt es für gefälzte Türen asymmetrisch sitzende Kästen, die auf der Falzseite mehr Holz stehen lassen. Deshalb kann ein österreichisches Schloss in einer deutschen Falztür trotz passender Maße am Kastenvorsprung scheitern.



Die DIN-Richtung bestimmen


Vor dem Kauf muss die DIN-Richtung bestimmt werden. Das klingt technisch, ist aber einfacher, als die meisten denken.


Vor die geschlossene Tür stellen, auf die Seite, wo die Bänder sichtbar sind. Sind die Bänder links, ist die Tür DIN links. Sind die Bänder rechts, ist die Tür DIN rechts. Mehr gehört nicht dazu.


Bildhaft gesprochen ist die Tür wie ein Buch, das aufgeht. Dreht sich das Buch beim Öffnen nach links, ist es DIN links. Dreht es nach rechts, DIN rechts. Die Schräge der Falle muss in die Schließrichtung zeigen, sonst rastet die Tür nicht ein.


Viele moderne Einsteckschlösser haben eine umstellbare Falle. Man dreht die Falle mit einem Handgriff um, das Schloss passt dann für beide DIN-Richtungen. Wer ein festes Modell kauft und die falsche Richtung erwischt, kann es im Originalzustand zurückgeben. Nach dem Einbau ist eine Rückgabe nicht mehr möglich.


Die DIN-Richtung ist nach DIN 107 genormt und gilt für Türen, Fenster und alle Beschläge. Sie wird oft mit DR (DIN rechts) oder DL (DIN links) abgekürzt.



Die drei Grundfunktionen eines Einsteckschlosses


Bevor die speziellen Bauformen kommen, lohnt ein Blick auf die drei Grundfunktionen. Sie entscheiden, wie das Schloss sich bedienen lässt und wofür es gedacht ist.


  1. Standardfunktion. Der Drücker beidseitig zieht die Falle ein. Der Riegel bewegt sich nur über den Schlüssel. Das ist die klassische Zimmertür und die einfache Innentür.


  2. Wechselfunktion. Innen sitzt ein Drücker, außen ein fester Knopf oder ein Stoßgriff. Der Schlüssel zieht von außen sowohl Falle als auch Riegel zurück, er wechselt also zwischen beiden. Typisch für Wohnungseingangs- und Haustüren. Ohne Schlüssel kommt von außen niemand herein.


  3. Fluchtfunktion. Innen zieht der Drücker Falle und Riegel gleichzeitig ein. Eine einzige Handbewegung, die Tür ist offen. Das ist der Kern jedes Panikschlosses nach DIN EN 179 oder 1125.



Spezielle Bauformen


Bevor die speziellen Bauformen erklärt werden, noch die Preise für das klassische Standard-Einsteckschloss zur Orientierung. Im Fachhandel kostet ein BKS 0415 mit PZ der Klasse 2 ab rund 7 Euro. Ein BKS 0515 BB für Zimmertüren liegt bei etwa 11 Euro. Ein BKS 0515 PZ der Klasse 3 bei rund 19 Euro. Die Gesamtspanne für die Standardklassen 1 bis 3 liegt bei 7 bis 25 Euro. Haustürschlösser der Klasse 4 und 5 beginnen bei 25 Euro und gehen bis etwa 100 Euro im reinen Materialpreis. Einbau, Schließblech, Zylinder und Schutzbeschlag kommen dazu.


Nicht jedes Einsteckschloss ist ein Standardschloss mit Falle und Riegel. Für besondere Anforderungen gibt es sechs Bauformen, die in der Praxis eine wichtige Rolle spielen. Sie unterscheiden sich in der Mechanik, im Einsatzort, in den geltenden Normen und im Preis.



Selbstverriegelndes Einsteckschloss


Beim Zuziehen der Tür fährt der Riegel automatisch aus. Ohne Schlüsseldrehung. Auslöser ist eine zweite, kleine Falle neben der Hauptfalle, die Steuerfalle. Sobald die Tür ganz im Schließblech sitzt, wird die Steuerfalle eingedrückt und gibt den Riegelausschluss frei. Innen bleibt die Tür jederzeit über den Drücker zu öffnen, das ist die Fluchtfunktion.


Die Mechanik läuft in drei Schritten ab, rein federmechanisch, ganz ohne Strom.


  • Im ersten Schritt schließt die Tür zu. Hauptfalle und Steuerfalle werden gleichzeitig vom Schließblech eingedrückt.

  • Im zweiten Schritt sitzt die Tür voll im Rahmen. Die Hauptfalle springt in ihren Schließausschnitt und steht wieder vor. Die Steuerfalle aber bleibt eingedrückt, weil ihr kein Ausschnitt gegenüberliegt. Diese Position ist das Signal.

  • Im dritten Schritt gibt der Mechanismus den Riegel frei, der seine 20 Millimeter ausfährt. Die Tür ist verriegelt. Bildhaft ist das wie ein Türsteher, der erst die Tasche prüft und dann den Schlagbaum schließt.


Typische Modelle sind das BKS B-2124 für 80 bis 150 Euro, das Wilka 5495 für 60 bis 120 Euro und die Mehrfachverriegelung BKS Secury 2110 für 200 bis 400 Euro. Zu beachten ist, dass selbstverriegelnde Schlösser nicht mit einfachen elektrischen Türöffnern kombinierbar sind.



Panikschloss nach DIN EN 179


Innen zieht der Drücker Falle und Riegel gleichzeitig ein. Eine Handbewegung, die Tür ist offen. Außen sitzt entweder ein fester Knopf (E-Funktion) oder ein Drücker, der sich erst nach Schlüsseleinsatz koppeln lässt (B-Funktion). Eingesetzt wird das Panikschloss in Büros, Laboren, Werkstätten, Hotelzimmern und Seniorenheimen. Also überall dort, wo die Nutzer das Gebäude kennen und im Notfall den Weg zur Tür finden.


Die Norm DIN EN 179 begrenzt die Freigabekraft auf 70 Newton. Der Nussvierkant ist meist 9 Millimeter, nicht 8.


Preislich liegt das BKS B-1826 FH bei rund 124 Euro netto im Fachhandel. Die KFV-Panikserien bewegen sich zwischen 150 und 500 Euro. Hersteller sind BKS, KFV, Wilka, ASSA ABLOY und Schulte-Schlagbaum.



Panikverschluss nach DIN EN 1125


Hier wird die Tür nicht über einen Drücker geöffnet, sondern über eine horizontale Druckstange, die über die ganze Türbreite reicht. Wer dagegen drückt oder dagegen fällt, öffnet die Tür. Die Stange zieht Falle, Riegel und bei zweiflügeligen Türen auch die Treibriegelstangen zurück. Eingesetzt wird diese Bauform in Bahnhöfen, Flughäfen, Einkaufszentren, Kinos, Theatern, Schulen, Krankenhäusern und Versammlungsstätten. Also dort, wo im Notfall viele Menschen gleichzeitig und ohne Ortskenntnis flüchten müssen.


Die Prüfung läuft unter Vorlast. Selbst bei 1000 Newton Körperdruck auf die Tür darf die Freigabekraft 220 Newton nicht übersteigen. Das komplette Set aus Schloss und Panikstange kostet 300 bis 900 Euro. Hersteller sind GEZE, Dormakaba, ASSA ABLOY, BKS und Wilka.


In der Privatwohnung hat diese Bauform nichts zu suchen. Die Einbruchhemmung ist nur in geringer Klasse geprüft.



Motorschloss


Ein Getriebemotor im Schlosskasten fährt den Riegel ein oder aus. Zwei Bauweisen sind am Markt üblich.


  • Entweder selbstverriegelnd mit motorischer Entriegelung, der Riegel ist in unter einer Sekunde eingezogen.

  • Oder elektrisch kuppelbarer Außendrücker, bei dem die Öffnung über Transponder, Zahlencode oder Fingerabdruck erfolgt. Smart-Home-Anbindung läuft über KNX, Bus-Systeme oder Gateways wie Homematic.


Geltende Normen sind DIN EN 14846 für elektromechanische Schlösser und DIN EN 16867 für mechatronische Beschläge. Bei Panikfunktion zusätzlich DIN EN 179 oder 1125.


Das GEZE IQ lock EL Set kostet 600 bis 900 Euro, die ASSA ABLOY effeff 809-Serie 400 bis 1000 Euro, das KFV AS 2600 SLCA Genius 500 bis 900 Euro. Die Panikfunktion bleibt bei vielen Modellen erhalten.



Feuerschutz-Einsteckschloss


Für Türen mit Brandschutzfunktion gelten strengere Regeln. Die Bauteile müssen hohen Temperaturen widerstehen. Der Riegel ist in der Regel aus vernickeltem Stahl. Kunststoffteile im tragenden Bereich brauchen eine bauaufsichtliche Freigabe. Die Stulpbreite liegt bei 24 Millimetern, der Nussvierkant bei 9 Millimetern und damit panik-kompatibel. Eingebaut werden diese Schlösser in Feuerschutztüren T30, T60 und T90 sowie in Rauchschutztüren. Also in Treppenhäuser, Kellerzugänge und Türen zwischen Garage und Wohnhaus.


Die Prüfung läuft nach DIN EN 1634-1. Die Klassifizierung folgt EN 13501-2, zum Beispiel EI₂ 30-1 C Sa. Seit November 2019 ist die CE-Kennzeichnung über EN 16034 Pflicht.


Ein wichtiger Punkt wird häufig übersehen. Die Zulassung eines Feuerschutz-Schlosses gilt nur in Kombination mit der geprüften Türkonstruktion. Wer das Schloss eigenmächtig tauscht, verliert die Zulassung der Tür.



Rohrrahmenschloss


Baugleich mit dem klassischen Einsteckschloss, nur deutlich schlanker. Das Dornmaß beginnt bei 25 Millimetern und geht bis rund 45 Millimeter. Entwickelt wurde diese Bauform für schmale Aluminium- und Kunststoffprofile. Eingesetzt wird sie in Aluminium-Haustüren, Nebeneingangstüren, Wintergartentüren und Ladeneingängen. In einer Holztür hat ein Rohrrahmenschloss nichts verloren, das ist ein typischer Einbaufehler.


Relevante Normen sind DIN 18251-2, DIN EN 12209, bei Panikausführung zusätzlich EN 179 oder 1125, bei Brandschutz EN 1634.


Preislich liegt das Standard-Rohrrahmenschloss bei 25 bis 60 Euro, die Panik-Ausführung bei 70 bis 200 Euro. Selbstverriegelnde Varianten wie die Wilka Serie 7000 sind deutlich teurer. Hersteller sind BKS, Wilka, KFV, Roto, SSF Stendal, Schulte-Schlagbaum, WSS und ASSA ABLOY.



Fallenformen im Detail


Die Falle ist das Bauteil, das am häufigsten bewegt wird. Bei einer Wohnungstür öffnet sie sich mehrere tausend Mal im Jahr. Deshalb ist sie auch das erste Bauteil, das verschleißt. Im Markt sind fünf Fallenformen verbreitet, die jeweils eigene Stärken haben.


  1. Normale Falle. Der Standard. Eine Seite ist schräg angeschliffen, die andere gerade. Beim Zuziehen schiebt die Schräge die Falle zurück, beim Einrasten drückt die Fallenfeder sie wieder vor. Neun von zehn Schlössern in deutschen Zimmertüren haben diese Form.


  2. Rollfalle. Statt einer schrägen Kante sitzt eine kleine frei drehende Rolle auf der Fallenspitze. Das macht das Zuziehen leiser, weil die Rolle ohne Reibung über das Schließblech läuft. Hochwertige Wohnungstüren, Hoteltüren und Altenheime setzen Rollfallen ein. Der Preisaufschlag gegenüber der normalen Falle liegt bei 5 bis 15 Euro.


  3. Kreuzfalle. Zwei Fallen, im Kreuz angeordnet. Typisch für selbstverriegelnde Schlösser, die die Kreuzfalle brauchen, damit sie auch unter seitlicher Vorlast zurückgezogen werden kann. Eine normale Falle würde bei Druck auf die Tür blockieren und sich nicht mehr einziehen lassen. Entwickelt wurde die Kreuzfalle von effeff, heute zu ASSA ABLOY gehörend.


  4. Hakenfalle. Eine gebogene, hakenförmige Falle, die sich beim Schließen verhakt. Verwendet bei Schiebetüren, weil eine normale Falle beim seitlichen Zuschieben nicht greifen würde. Sie kommt auch in speziellen Mehrfachverriegelungen vor, zum Beispiel bei Hebeschiebetüren. Ein nützlicher Nebeneffekt ist der Einbruchschutz. Eine verhakte Hakenfalle lässt sich nicht zurückdrücken, die Scheckkartenmethode funktioniert hier nicht.


  5. Flüsterfalle. Optional bei einigen Herstellern. Zusätzliche Dämpfung an der Fallenspitze, damit das Zuschlagen fast lautlos ist. Sinnvoll in hellhörigen Mehrfamilienhäusern oder in Nachtruhezonen von Hotels. Der Aufpreis liegt bei 10 bis 20 Euro.



Fallensperre und abschließbare Falle


Die meisten Einbrüche an Wohnungstüren gelingen nicht, weil das Schloss geknackt wurde. Sie gelingen, weil die Tür nur zugezogen und nicht abgeschlossen war. Eine normale Schrägfalle lässt sich von außen mit einer dünnen Plastikkarte, einem Fallendraht oder einem Fallenkeil zurückdrücken. Sekundensache. Im Fachjargon heißt das "Loiden". Gegen diese Methode gibt es zwei mechanische Gegenmaßnahmen im Einsteckschloss, die bildhaft ganz unterschiedlich funktionieren.



Abschließbare Falle


Auch Zwei-Punkt-Verriegelung oder Fallenfeststellung bei Verriegelung genannt. Beim Abschließen per Schlüssel wird nicht nur der Riegel ausgefahren. Gleichzeitig wird die Falle in ihrer ausgefahrenen Position mechanisch arretiert. Die Falle kann dann nicht mehr zurückgedrückt werden. Weder von innen über den Drücker, noch von außen mit einer Karte. Erst beim Aufschließen wird die Arretierung wieder gelöst.


Das Prinzip ist einfach. Ein Überhub am Schlüssel hebt einen kleinen Sperrhebel hinter die Falle, der sie blockiert, solange der Riegel draußen ist. Beim Zurückdrehen des Schlüssels wird der Hebel wieder freigegeben.


Die Polizeiliche Kriminalprävention empfiehlt diese Bauform für Wohnungseingangs- und Haustüren. VdS-zertifizierte Ausführungen tragen die Klasse B und erfüllen die Anforderungen der DIN 18251 Klasse 4. Im Fachhandel kosten sie 25 bis 60 Euro.


Typische Modelle sind das Mustang-Plus, BKS 23-Serie und vergleichbare Produkte von Wilka und KFV. Der Fachhandel bezeichnet diese Kombination routinemäßig als Standard für den Wohnungsabschluss.


Die Grenze dieser Funktion ist offensichtlich. Sie wirkt nur, wenn der Schlüssel tatsächlich zweimal herumgedreht wurde. Wer nur die Tür zuzieht, hat keinen Schutz durch die abschließbare Falle.



Fallenblockierung durch Hilfsfalle


Die zweite Lösung arbeitet automatisch. Neben der Hauptfalle sitzt eine zweite, kleinere Falle am Stulp. Sie heißt Hilfsfalle, Nebenfalle oder Steuerfalle. Beim Zuziehen der Tür wird diese Hilfsfalle vom Schließblech eingedrückt, weil ihr kein Aussparungsloch gegenüberliegt. Genau in diesem Moment blockiert ein mechanischer Hebel im Schlosskasten die Hauptfalle. Die Hauptfalle steht vor und kann nicht mehr zurückgeschoben werden.


Der Unterschied zur abschließbaren Falle ist wichtig. Die Fallenblockierung wirkt ohne Schlüsseldrehung, allein durch das Zuziehen der Tür. Wer vergisst abzuschließen, ist trotzdem gegen die Karten-Methode geschützt. Allerdings bleibt die Tür nur gegen das Rückdrücken der Falle gesichert. Ein Aufhebeln über Brecheisen kann die Tür trotzdem öffnen, weil kein Riegel ausgefahren ist.


Das bekannteste Modell ist das Dormakaba Objekttürschloss 127 FB mit Fallenblockierung. Eingesetzt in Schulen, Krankenhäusern und Verwaltungsgebäuden mit hoher Personenfrequenz.


Bei selbstverriegelnden Schlössern wie dem BKS B-2116, Wilka 5495 oder der KFV AS 2600 ist das gleiche Prinzip integriert, aber um eine entscheidende Funktion erweitert. Dort wird zusätzlich der Riegel ausgeschlossen. Beide Schutzmechanismen sind dann gleichzeitig aktiv.



Was die gesicherte Fallenfeststellung NICHT ist


Ein Begriff, der leicht zu verwechseln ist und beim Einkauf Verwirrung stiftet. Die gesicherte Fallenfeststellung (GFF) macht das Gegenteil der oben beschriebenen Funktionen. Sie hält die Falle bewusst in eingezogener Position fest, damit die Tür dauerhaft offen schwingen kann. Typisch für Ladeneingänge oder Schulen während der Öffnungszeiten. Mit Einbruchschutz hat GFF nichts zu tun. Bei Brand- und Rauchschutztüren ist die Funktion sogar ausdrücklich verboten, weil sie die selbsttätige Schließung verhindert.


Wer im Fachhandel ein Schloss mit "Fallenfeststellung" kauft, muss genau hinschauen. Fallenfeststellung bei Verriegelung ist der Einbruchschutz. Gesicherte Fallenfeststellung (GFF) ist die Daueröffnungsfunktion. Die zwei Begriffe klingen fast gleich, bedeuten aber das Gegenteil.



Normen und Klassen verstehen


Zwei Normen regeln Einsteckschlösser im deutschen Markt. Sie ersetzen sich nicht, sie arbeiten zusammen.


  • DIN 18251 regelt die Maße. Dornmaß, Entfernung, Stulpmaße, Nussvierkant. Die aktuelle Ausgabe von April 2020 hat die früheren Teile 1 bis 3 zusammengefasst. Die Klasseneinteilung 1 bis 5 aus der alten Ausgabe von 2002 wird im deutschen Markt weiter benutzt und ist Grundlage für fast alle Herstellerkataloge und für die Empfehlungen der Polizei.


    Klasse 1 ist das einfache Zimmerschloss. Klasse 2 ist eine mittlere Innentür. Klasse 3 passt für Wohnungsabschluss und Büroeingangstüren. Klasse 4 wird für Wohnungseingangstüren mit erhöhtem Schutzbedarf verlangt. Klasse 5 ist das Haustürschloss mit erhöhter Einbruchhemmung.


    Die Polizeiliche Kriminalprävention empfiehlt für Haustüren mindestens Klasse 4 nach DIN 18251. Das ist die Messlatte, an der sich jede Wohnungseingangstür und jede Haustür messen lassen muss.


  • DIN EN 12209 regelt die Prüfanforderungen und ist Grundlage für die CE-Kennzeichnung. Jedes geprüfte Schloss bekommt einen 8-stelligen Schlüssel, der acht Eigenschaften beschreibt. Jede Stelle steht für eine Prüfklasse, von der Gebrauchshäufigkeit über die Korrosionsbeständigkeit bis zum Anbohrwiderstand. Die achte Stelle beschreibt die Sicherheitsklasse des Schlosses selbst, mit Werten 1 bis 7.


    Die erste Stelle des Schlüssels, die Gebrauchskategorie, ist für den Endkunden am wichtigsten. Drei Werte sind möglich. Kategorie 1 steht für privaten Gebrauch durch sorgfältige Nutzer, etwa in einer Wohnung. Kategorie 2 steht für Büroumgebungen mit hoher Nutzungsfrequenz und ebenfalls sorgfältigen Nutzern. Kategorie 3 steht für öffentliche Gebäude mit sehr hoher Beanspruchung und hohem Missbrauchsrisiko, also Schulen, Bahnhöfe und Krankenhäuser. Ein Schloss der Kategorie 1 gehört nicht in eine Kita-Toilettentür. Ein Schloss der Kategorie 3 ist für die eigene Wohnung überdimensioniert und teurer als nötig.


Die DIN 18251 sagt, welche Maße passen. Die DIN EN 12209 sagt, was das Schloss aushalten muss.


DIN 18251 Klassenpyramide Klasse 1 bis 5 mit Polizei-Empfehlung Klasse 4 für Wohnungseingangstüren


Wann das Schloss getauscht werden muss


Ein Einsteckschloss ist ein mechanisches Bauteil mit Federn, Zuhaltungen und bewegten Teilen. Es verschleißt. Sechs Fehlerbilder tauchen in der Praxis immer wieder auf.


  1. Die Falle klemmt oder springt nicht mehr heraus. Ursache ist meistens die gebrochene Fallenfeder. Zweithäufigste Ursache ist Verharzung durch altes Öl, das Staub bindet. ABUS warnt ausdrücklich davor, Öl oder Graphit als Pflegemittel zu benutzen. Beides verklebt mit der Zeit.


  2. Der Riegel lässt sich nicht mehr herausdrehen. Entweder ist die Schließnase des Zylinders verschlissen, oder eine Zuhaltung im Schloss ist gebrochen. Bei Mehrfachverriegelungen kommt häufig ein gebrochenes Ritzel im Hauptschlossgetriebe hinzu.


  3. Der Schlüssel dreht durch. Der Mitnehmer am Zylinderkern ist abgenutzt oder gebrochen. Der Schlüssel dreht den Kern, aber der Kern findet keine Verbindung mehr zur Schlossmechanik.


  4. Der Drücker hängt durch und federt nicht zurück. Das ist die eindeutige Diagnose einer gebrochenen Nussfeder im Schloss. Einen neuen Drücker zu kaufen hilft nicht. Das Schloss muss getauscht werden.


  5. Das Schloss rastet nicht mehr ein, die Tür springt wieder auf. Meistens ist das Türblatt abgesackt oder die Bänder sind ausgeschlagen. Die Falle trifft das Schließblech nicht mehr präzise.


  6. Quietschende oder klemmende Geräusche kommen von fehlender Schmierung. Pflege nur mit nicht fettendem Zylinderspray. Öl und Fett machen das Problem schlimmer, nicht besser.


Sechs häufige Defekte am Einsteckschloss mit Diagnose und Maßnahme


Die Rolle im Einbruchschutz


Angriffspunkte beim Einbruch laut Kölner Studie 2017 — 62 Prozent Schließblech, 11 Prozent Bandseite, 8 Prozent körperliche Gewalt, 6 Prozent Zylinder

Hier kommt der Teil, der den meisten Menschen nicht klar ist. Das Einsteckschloss selbst ist beim Einbruch selten der Angriffspunkt.


Die Kölner Studie von 2017 hat 2.403 Einbrüche ausgewertet. Das Ergebnis liest sich anders, als die meisten erwarten. 62 Prozent der Angriffe gingen gegen das Schließblech. 11 Prozent gegen die Bandseite oben oder unten. 8 Prozent mit körperlicher Gewalt gegen das Schließblech, also Tritt oder Schulterstoß. Nur 6 Prozent gingen gegen den Zylinder, und nur 13 Prozent wurden ohne sichtbare Spuren geöffnet.


Das bedeutet: Der Einbrecher hebelt die Tür auf. Er setzt ein Brecheisen zwischen Türblatt und Zarge und zieht. Das Schließblech reißt aus dem Holz. Schloss und Zylinder interessieren ihn meistens gar nicht.


Daraus folgt eine einfache Regel. Ein hochwertiges Einsteckschloss in einer Tür mit schlecht verankertem Standard-Schließblech schützt wenig. Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.


Die sieben Glieder dieser Kette sind:



Sicherungskette der Wohnungstür mit den sieben Gliedern Türblatt, Zarge, Bänder, Einsteckschloss, Zylinder, Schließblech und Schutzbeschlag

Das Einsteckschloss wird im Wesentlichen indirekt angegriffen. Es muss stabil genug sein, dass der Riegel unter Hebelkraft nicht bricht. Dafür reicht bei Wohnungstüren Klasse 4 nach DIN 18251, was etwa Sicherheitsklasse 3 nach DIN EN 12209 entspricht. Für eine zertifizierte einbruchhemmende Tür der Widerstandsklasse RC 2 nach DIN EN 1627 verlangt der Prüfer genau diese Schlossklasse, dazu einen Schließzylinder der Klasse 1 mit Bohrschutz und einen Schutzbeschlag ES 1.


Der Schutzbeschlag ist der flache Metallbeschlag, der den Zylinder außen abdeckt. Er sorgt dafür, dass der Zylinder nicht mit einer Zange herausgezogen werden kann. Für die Haustür gilt die Faustregel, dass der Zylinder außen maximal 3 Millimeter übersteht. Wer mehr Überstand hat, bietet dem Einbrecher eine Angriffsfläche.



Selbst wechseln oder den Fachbetrieb rufen


Ein Zimmertürschloss mit Profilzylinder zu tauschen ist für handwerklich geübte Menschen machbar. Ein geübter Nutzer schafft den Wechsel in 15 bis 30 Minuten.

Kreuzschlitzschraubendreher, Innensechskant und Messschieber reichen.


Der Ablauf ist immer gleich.


  1. Zuerst kommt der Zylinder raus. Die Stulpschraube oberhalb oder unterhalb des Zylinders lösen, den Schlüssel leicht drehen bis die Schließnase nach unten steht, und den Zylinder herausziehen.

  2. Dann die Drückergarnitur abschrauben, den Vierkantstift entnehmen, die beiden Stulpschrauben oben und unten lösen. Jetzt lässt sich das Schloss seitlich aus der Tasche ziehen.

  3. Das neue Schloss geht in umgekehrter Reihenfolge hinein.


Bei einer Haustür wird es ernster. Jeder Fehler am Zylinderüberstand, am Schutzbeschlag oder am Schließblech kann Folgen für die Versicherungsleistung haben. Eine Mehrfachverriegelung ist kein Laienthema. Der Hersteller KFV schreibt ausdrücklich, dass eine Reparatur nicht zulässig ist und das Bauteil im Defektfall komplett ausgetauscht werden muss.


Nach einem Einbruch oder Aufbruchversuch gehört der Wechsel immer in den Fachbetrieb.


  • Erstens wegen der Spurensicherung.

  • Zweitens, weil an Schloss, Zylinder und Schließblech Schäden zurückbleiben können, die der Laie übersieht.

  • Drittens wegen der Dokumentation für die Versicherung.


Die häufigsten Fehler beim Laienwechsel sind falsches Dornmaß, falsche Entfernung, falsche DIN-Richtung, falscher Vierkant, zu langer Zylinderüberstand und nicht angepasstes Schließblech. Wer schon beim Ausmessen unsicher ist, ist mit dem Fachbetrieb besser beraten.


Stulp-Kurzkennung F20 55 72 8 erklärt — Stulpform, Stulpbreite, Dornmaß, Entfernung und Nussvierkant auf dem Einsteckschloss


Einsteckschloss in der Mietwohnung


Hier sind die Regeln klarer, als viele denken. Der Bundesgerichtshof hat die wichtigsten Fragen entschieden.


  • Darf der Mieter das Schloss tauschen. Der Zylinder ja, ohne Rückfrage, solange der Originalzylinder aufgehoben wird. Das folgt aus dem Nutzungsrecht an der Mietsache nach Paragraf 535 BGB. Das komplette Einsteckschloss darf nur getauscht werden, wenn die Türsubstanz nicht verändert wird. Wer fräst oder bohrt, braucht die Zustimmung des Vermieters. Bei Aufrüstung auf ein höherwertiges Schloss gilt dasselbe.


  • Wer zahlt bei Defekt. Normaler Verschleiß geht zulasten des Vermieters nach Paragraf 535 und 538 BGB. Einbruchsschaden ebenfalls, solange der Mieter ihn nicht selbst zu vertreten hat. Vandalismus durch Unbekannte zahlt der Vermieter. Der Mieter haftet bei eigenem Verschulden, etwa bei nachweislichem Schlüsselverlust.


  • Schlüsselverlust. Hier hat der BGH 2014 im Urteil VIII ZR 205/13 entschieden. Der Mieter muss die Kosten für den Austausch der Schließanlage tragen, wenn dieser aus Sicherheitsgründen erforderlich ist. Aber nur, wenn der Austausch tatsächlich durchgeführt wurde. Eine fiktive Abrechnung ohne echten Austausch ist nicht zulässig.


  • Rückbau beim Auszug. Nach Paragraf 546 BGB muss der Mieter den ursprünglichen Zustand wiederherstellen. Wer den Zylinder getauscht hat, baut den Originalzylinder wieder ein. Wer das ganze Schloss getauscht hat, baut das Originalschloss wieder ein. Das höherwertige Schloss darf er mitnehmen.


  • Zustimmung des Vermieters. Die Form ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Aus Beweisgründen empfehlen Mieterbund und Haus & Grund aber dringend Textform oder Schriftform. Eine E-Mail mit Bestätigung reicht. Ein mündliches Ja am Telefon ist rechtlich gültig, aber vor Gericht schwer zu beweisen.



Häufig gestellte Fragen zum Einsteckschloss


Was ist ein Einsteckschloss?

Ein Einsteckschloss ist der in das Türblatt eingelassene Schlosskasten mit Falle und Riegel. Sichtbar bleibt nur der Stulp am Türrand. Es arbeitet zusammen mit dem Zylinder, dem Drücker und dem Schließblech in der Zarge. Die Norm DIN 18251 regelt seine Begriffe und Maße.

Welche Maße brauche ich für den Kauf eines neuen Einsteckschlosses?

Vier Maße müssen passen. Dornmaß (55 Millimeter bei Zimmertüren, 65 bei Haustüren), Entfernung zwischen Drücker- und Zylindermitte (72 oder 92 Millimeter), Stulpbreite und -länge (20 mal 235 oder 24 mal 280 Millimeter) und Nussvierkant (8, 9 oder 10 Millimeter). Gemessen wird am ausgebauten Schloss. Die Hersteller stanzen die Kurzkennung auf den Stulp, zum Beispiel F20/55/72/8.


Was bedeutet DIN links und DIN rechts?

Vor der geschlossenen Tür auf die Seite stellen, wo die Bänder sichtbar sind. Bänder links heißt DIN links, Bänder rechts heißt DIN rechts. Das Schloss muss zur Richtung passen, sonst rastet die Tür nicht ein. Viele moderne Schlösser haben eine umstellbare Falle und lassen sich für beide Richtungen nutzen.

Kann ein Einbrecher meine Tür mit einer EC-Karte öffnen?

Bei einer einfachen Schrägfalle ja. Der Einbrecher schiebt die Karte zwischen Tür und Zarge und drückt die Falle zurück. In unter zwei Minuten ist die Tür offen. Dagegen hilft ein Einsteckschloss mit abschließbarer Falle oder ein selbstverriegelndes Schloss. Beim Abschließen wird die Falle dann mechanisch blockiert.

Was ist der Unterschied zwischen abschließbarer Falle und selbstverriegelndem Schloss?

Bei der abschließbaren Falle wird die Falle beim Abschließen per Schlüssel mit dem Riegel zusammen in ausgefahrener Position arretiert. Das verhindert das Rückdrücken, wenn man abgeschlossen hat. Beim selbstverriegelnden Schloss fährt der Riegel automatisch beim Zuziehen der Tür aus, ohne Schlüsseldrehung. Die abschließbare Falle braucht einen Schlüsseldreh, das SV-Schloss nicht.

Was kostet ein Einsteckschloss?

Ein Standard-Einsteckschloss für Zimmertüren kostet 7 bis 25 Euro. Haustürschlösser der Klasse 4 und 5 liegen bei 25 bis 100 Euro. Selbstverriegelnde Schlösser starten bei 60 Euro, Motorschlösser ab 400 Euro. Einbau, Schließblech, Zylinder und Schutzbeschlag kommen jeweils dazu.

Kann ich mein Einsteckschloss selbst wechseln?

Ein Zimmertürschloss mit Profilzylinder ist für handwerklich geübte Menschen in 15 bis 30 Minuten machbar. Kreuzschlitzschraubendreher, Innensechskant und Messschieber reichen.


Bei einer Haustür oder nach einem Einbruchsversuch gehört der Wechsel immer zum Fachbetrieb. Fehler am Zylinderüberstand oder Schließblech können die Hausratversicherung kosten.

Darf ich als Mieter das Einsteckschloss tauschen?

Der Zylinder darf ohne Rückfrage getauscht werden, solange der Originalzylinder aufbewahrt wird. Das ganze Einsteckschloss darf nur getauscht werden, wenn keine Fräs- oder Bohrarbeiten an der Tür nötig sind. Andernfalls braucht es die Zustimmung des Vermieters. Beim Auszug gilt nach Paragraf 546 BGB der ursprüngliche Zustand, also Originalschloss wieder einbauen.

Welche DIN-Klasse braucht eine Wohnungseingangstür?

Die Polizeiliche Kriminalprävention empfiehlt mindestens Klasse 4 nach DIN 18251. Für zertifizierte einbruchhemmende Türen der Widerstandsklasse RC 2 nach DIN EN 1627 verlangt der Prüfer genau diese Schlossklasse, zusammen mit einem Schließzylinder der Klasse 1 mit Bohrschutz und einem Schutzbeschlag ES 1. Haustüren brauchen Klasse 5.

Was ist der Unterschied zwischen Einsteckschloss und Mehrfachverriegelung?

Das Einsteckschloss hat einen Riegel, der an einer Stelle ins Schließblech greift. Die Mehrfachverriegelung hat zusätzlich Schwenkhaken oder Bolzen, die an zwei oder drei weiteren Stellen in die Zarge greifen. Bei einer Mehrfachverriegelung wird die Tür also an drei bis vier Punkten gleichzeitig verschlossen. Das erhöht die Einbruchhemmung deutlich.



Quellen und weiterführende Literatur


Normen

Polizei und Kriminalstatistik

VdS-Richtlinien

Rechtsgrundlagen

Hersteller

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